Für sicheres Arbeiten auf dem Dach

Abstürze und Durchstürze bei Arbeit auf flach geneigten Dächern vermeiden

Abstürze bei der Arbeit auf flach geneigten Dächern können schwere Folgen haben. Durchstürze durch Dachöffnungen und Oberlichter lassen sich jedoch mit den richtigen Systemen vermeiden. Abdeckungen von Lichtkuppeln und Schutzgitter haben dabei Vorrang vor persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz.

Den besten Schutz gegen Durchsturz bietet eine Absturzsicherung im Sinne der technischen Regeln (ASR A2.1, TRBS 2121, DIN 4426). Ziel ist es, den Gefahrenbereich durch Umwehrungen oder Überdeckungen zu sichern. So wird der Zugang zu einer potentiellen Unfallstelle oder der Absturz durch eine Dachöffnung verhindert. Grundsätzlich sollten diejenigen Sicherungstypen im Fokus liegen, die einen Absturz verhindern und bei denen ein Überklettern der Sicherung nicht möglich ist.

Sicherungsmaßnahmen sollten nach Möglichkeit in folgender Reihenfolge ausgewählt werden: Ab- und Durchsturzsicherungen wie beispielsweise Abdeckungen von Lichtkuppeln sind die sichersten Maßnahmen, um Personen vor dem Durchsturz durch Lichtkuppeln und Lichtbänder zu schützen. Lassen sich Absturzsicherungen aus betriebstechnischen Gründen (Arbeitsverfahren, zwingende technische Gründe) nicht verwenden, müssen Auffangeinrichtungen vorhanden sein. Das können beispielsweise Schutzgitter für Lichtkuppeln sein. Lassen sich keine Absturzsicherungen oder Auffangeinrichtungen einrichten, sind Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz (PSAgA) als individuelle Schutzmaßnahme zu verwenden.

Dreifachschutz für Lichtkuppeln

Werden Dachflächen zur Wartung und Instandhaltung von verschiedenen Dienstleistern betreten, muss ihnen ein absturzsicheres Arbeitsumfeld geboten werden. Hier empfehlen sich kollektive Maßnahmen zur Durchsturzsicherung wie das außen aufgebrachte „HDS-System“ (siehe Foto rechte Seite oben). Es besteht aus einer rautenförmigen, perforierten Aluminiumkonstruktion für Lichtkuppeln. Sie wird mit Abstand zur Lichtkuppelverglasung auf den Einfassrahmen montiert. Das System bietet Schutz vor Hagel, Durchsturzsicherheit und Sonnenschutz. Darüber hinaus wird das Oberlicht vor Vandalismus geschützt.

Mit Gittern auch im geöffneten Zustand sicher

Eine weitere Möglichkeit, Lichtkuppeln und Lichtbänder dauerhaft und kollektiv zu sichern, bieten Auffangeinrichtungen in Gitterform. Sie werden in der Regel unterhalb der Verglasung von Lichtkuppeln oder Lichtbändern eingebaut. Bewährt hat sich der Einsatz von Durchsturzgittern, die an Aufsetzkränzen oder Zargen befestigt werden. Ihr Vorteil ist, dass die Sicherheit auch beim Einsatz von RWA- Geräten oder Lüftungsklappen bestehen bleibt – selbst in komplett geöffnetem Zustand.

Durchsturzsicherung aus Aluminiumlisenen

Die integrierte Durchsturzsicherung „ID 1200“ hingegen ist ein Aufsatz aus stabilen Aluminiumlisenen, der quer zu den Tragsprossen im Anprallbereich der Lichtbänder angebracht ist. Die Lisenen schützen vor einem möglichen Durchsturz – sogar bei ausgebauter Verglasung. Die integrierte Durchsturzsicherung entspricht den Anforderungen der DIN 4426 und ist mit einer Last von 1200 J entsprechend den europäischen Anforderungen geprüft.

Sicherheit direkt an der Absturzkante

Das „EAD-System“ von Kingspan Light + Air|Essmann hingegen bietet doppelt Schutz und sorgt für Ab- und Durchsturzschutz bei geöffneter und geschlossener Lichtkuppel. Das Falldämpfungssystem (IFS) absorbiert die Aufprallenergie. Somit dämpft es den Aufprall und reduziert gleichzeitig die Belastung auf die Unterkonstruktion des Oberlichts. Bei werkseitiger Vormontage ist die Absturzsicherheit an der Dachöffnung unmittelbar nach Einbau des Aufsetzkranzes gegeben.  Alle genannten Sicherheitskomponenten erfüllen die Primäranforderung der ASR A2.1. und sind nach GS-BAU-18 und DGUV Test-Zertifikat zertifiziert.

Autor

Marius Mlynski ist Produkt- und Projektmanager bei Kingspan Light + Air | Essmann.

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