Deutscher Fassadenpreis für vorgehängte hinterlüftete Fassaden 2020

Das Münchner Architekturbüro Allmann Sattler Wappner hat den diesjährigen deutschen Fassadenpreis für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) gewonnen. Neben dem Hauptpreis wurden am 17. September ein Sonderpreis für Nachhaltigkeit und vier Anerkennungen für herausragende Fassaden verliehen. Das Siegerobjekt des Fassadenpreises, der Öschberghof in Donaueschingen, ist ein Gebäudeensemble aus den 1970er Jahren. Die in die Jahre gekommene Hotelanlage wurde behutsam saniert und um Neubauten erweitert. So wurde aus der alten Hotelanlage ein modernes Golf- und Wellness-Ressort. Die Architekten wählten für die Neu- und Altbauten vorgehängte, hinterlüftete Fassadenkonstruktionen. Bis über die Dachflächen sind die Neubauten mit Metallfassaden aus gefalzten und individuell gekanteten Stahlblechen mit 90° Winkeln verkleidet. Die neue Fassade erzeugt so eine Faltenwurf-Optik. Mit silbrig-grauen Holzfassaden fügen sich die Altbauten gut in das Gesamtensemble ein.

Wohnhaus aus Recyclingmaterialien

Das Recyclinghaus in Hannover-Kronsberg, geplant von Cityförster Architekten, erhielt einen Sonderpreis im Wettbewerb. Es besteht einerseits aus recyclingfähigen Bauprodukten, etwa einem Rohbau aus leimfrei zusammengesetzten Massivholzelementen. Andererseits wurden bereits genutzte und wiederverwendete Materialien für den Bau verwendet: Die Gründung des Gebäudes besteht aus Recyclingbeton, die Fassadendämmung aus recycelten Jutesäcken. Zudem kamen Gebrauchtmaterialien an der Fassade zum Einsatz, etwa bereits genutzte Aluminiumfenster, Eternitplatten, Profilbauglas und Wellbleche.

Anerkennungen für vier Projekte

Vier weitere Architekturbüros und die jeweiligen Bauherren erhielten für ihre Projekte Anerkennungen im Wettbewerb: Knoche Architekten BDA für das Feuerwehrzentrum in Köln-Kalk, Meck Architekten für das Kirchenzentrum Seliger Pater Rupert Mayer in Poing, Tru Architekten für die Erstellung von Pavillongebäuden an der Universität der Künste in Berlin und das Büro „Von M“ für das Hotel Bauhofstraße in Ludwigsburg. Das Hotel in Ludwigsburg ist ein viergeschossiger Neubau in Holzmodulbauweise. Wabenförmige, weiße Schindeln aus Faserzement (Hersteller: Swisspearl) bekleiden die vorgefertigten Holzwände des Hotels. Als fünfte Fassade korrespondiert das Mansarddach farblich mit den Fassaden, weist aber eine andere Textur auf. Die Preisverleihung fand erstmals vor Ort mit rund 50 Gästen auf dem Seminaris Campus Berlin-Dahlem und parallel im Live-Stream auf Youtube statt. Mehr Informationen zum Fassadenpreis finden Sie unter www.fvhf.de .

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