Verlegen und anschließen: Dachdeckermeister berichtet von Erfahrungen mit Solardachziegeln

„Ich muss oft erst zeigen, wo die Solarfläche ist“ – so beschreibt Dachdeckermeister Jörg Stockhausen die Reaktionen von Kunden, die sein mit Solar-Dachschindeln gedecktes Dach sehen. Denn die mit Solarmodulen ausgestatteten Schindeln sehen aus wie Schieferplatten und fügen sich unauffällig ins Dach ein. Was beim Verlegen zu beachten war, erzählt Dachdeckermeister Stockhausen im Interview.


Schieferplatten mit eingebauten Solarmodulen Dachdeckermeister Jörg Stockhausen verlegt Schieferplatten mit eingebauten Solarmodulen auf einem Musterdach in Bonn

Foto: SolteQ

Dachdeckermeister Jörg Stockhausen verlegt Schieferplatten mit eingebauten Solarmodulen auf einem Musterdach in Bonn
Foto: SolteQ
Dachdeckermeister Jörg Stockhausen, Inhaber der Friedrich Wiedamann GmbH aus Bonn, hat ein Photovoltaikdach erstellt, auf dem man die Solarmodule erst suchen muss. Sie sind in den „Infinity“-Dachplatten versteckt, diese Platten der Firma SolteQ werden verlegt wie Faserzement- oder Schieferplatten, enthalten aber Photovoltaik-Module. Im Interview erzählt Dachdeckermeister Stockhausen vom Verlegen und den Reaktionen der Kunden auf sein Musterdach mit PV-Dachschindeln.

dach+holzbau: Herr Stockhausen, wie war für Sie das Verlegen und den Anschluss der Solardachschindeln, einfach oder schwer?

Jörg Stockhausen: Die Platten werden auf Lattung verlegt, wie bei einem traditionellen Ziegeldach auch. Die eigentliche Dachdeckung, hier der „Infinity“-Schindel, ist identisch mit der Verlegung einer Schiefer-Rechteck-Doppeldeckung mit Hakenbefestigung. Wenn Vorkenntnisse mit Schieferdeckungen vorhanden sind, dann ist das Verlegen leicht. Zusätzlich zum Schiefer-Fachwissen kommt nur noch das Verbinden der Stecker hinzu. Die Anarbeitung an Ränder und Durchdringungen erfolgt mit Schiefer, auch beschattete Bereiche werden mit Schiefer eingedeckt.

Was war bei der Unterkonstruktion für die Solardachschindeln zu beachten?

Im Grunde genommen ist nichts anders. Der einzige Unterschied ist, dass für den Stromertrag pro Quadratmeter bevorzugt eine Höhenüberdeckung von 12 cm gewählt wird, auch bei Dachneigungen, für die auch 10 oder 8 cm Höhenüberdeckung ausreichen würden.

Die Schieferschindeln mit Solarmodulen werden auf Lattung verlegt, wie bei einem traditionellen Ziegeldach auch
Foto: SolteQ

Die Schieferschindeln mit Solarmodulen werden auf Lattung verlegt, wie bei einem traditionellen Ziegeldach auch
Foto: SolteQ

Würden Sie das System weiterempfehlen, was sind Ihre Erfahrungen?

Ja, auf jeden Fall, weil die Solarfläche so unauffällig mit dem Schiefer korrespondiert, dass der Unterschied fast unsichtbar ist. Die Dachgröße muss nur für die gewünschte Stromertragsleistung ausreichend groß sein. Meine Erfahrung zeigt, dass ich bei meinem Musterdach fast jedem erst erklären muss, wo sich die Solarfläche befindet. Durch die kleinformatigen Schindeln können auch Dächer mit Photovoltaik ausgestattet werden, die für große Module eher nicht geeignet sind.

Dachdeckung mit Schiefer Solardachschindeln Erfahrungen Die Dachdeckung, hier der „Infinity“-Schindel, ist identisch mit der Verlegung einer Schiefer-Rechteck-Doppeldeckung mit Hakenbefestigung, Randbereiche deckt man mit normalem Schiefer
Foto: SolteQ

Die Dachdeckung, hier der „Infinity“-Schindel, ist identisch mit der Verlegung einer Schiefer-Rechteck-Doppeldeckung mit Hakenbefestigung, Randbereiche deckt man mit normalem Schiefer
Foto: SolteQ

Wie viele Dächer haben Sie mit den Solardachschindeln schon gedeckt?

Mein eigenes Dach habe ich im August 2017 fertiggestellt. Seitdem wurde ein komplettes Dach bereits für Anfang 2018 fest beauftragt. Mit diesem Erfolg hätte ich in der kurzen Zeit nicht gerechnet.

Herr Stockhausen, danke für das Interview.

Hier geht es zum Betrieb von Jörg Stockhausen, der Friedrich Wiedamann GmbH in Bonn http://www.dachdeckerei-wiedamann.de/

 

 

 


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