Breite Lichtbänder im Solardach

Wie man eine in das Dach integrierte Photovoltaikanlage mit der passenden Verglasung kombinieren kann, zeigt ein aktuelles Bauprojekt in Süddeutschland. Dabei kamen modular aufgebaute, fast 19 m lange Lichtbänder des Herstellers Glasolux zum Einsatz.

Die Planung und Umsetzung von Lichtbändern gehört bei der Firma Glasolux aus Bielefeld zur täglichen Arbeit. Doch bei einem Neubauprojekt in Pfaffenhofen musste der Hersteller besondere Ansprüche erfüllen. Der Bauherr des Einfamilienhauses wünschte sich Lichtbänder für sein Steildach, die beidseitig fast über die komplette Dachbreite von rund 19 Metern verlaufen sollten. Sie sollten für viel Tageslicht und eine gute Durchlüftung sorgen und optisch zur Dacheindeckung passen. Außerdem sollten sie vor heißen Temperaturen im Sommer schützen und verhindern, dass im Winter Heizungswärme nach außen dringt. Das Dach des Neubaus wurde dabei nicht wie üblich mit Dachziegeln oder Dachsteinen, sondern komplett mit Dünnschicht-Solarmodulen eingedeckt. Das bedeutete besondere Herausforderungen an den Übergängen von den Lichtbändern zu den Solarpaneelen und an der Abdichtung. Besondere Eindeckrahmen für Photovoltaikanschlüsse, welche die Firma Glasolux liefern konnte, waren für den Einbau der Lichtbänder nötig.

Mehrere Module nebeneinander

Die auf dem Dach eingesetzten „A98“-Lichtbänder von Glasolux sind modular aufgebaut, das heißt, mehrere Module können nebeneinander montiert werden, ohne einen festen Außenrahmen zu benötigen. Damit sind großflächige Verglasungen möglich (je Modul bis zu 2,8 m² Fläche) die aufgrund ihrer schmalen Profile als fast durchgehend wahrgenommen werden. Mit nur 52 mm Ansichtsbreite außen und 40 mm Profilbreite innen sind die Profile der „A98“-Lichtbänder optisch dezent. Die Öffnungsmodule der Lichtbänder sind dank verdeckt liegender Motoren von den Festmodulen optisch nicht zu unterscheiden. Für den nötigen Wärmeschutz sorgt der U-Wert der Verglasung von 0,5 W/m²K.

Die Umsetzung

In enger Zusammenarbeit mit dem dänischen Solardachhersteller Ennogie wurde das Bauvorhaben gestartet. Die Monteure der Firma Ennogie bauten die Dünnschichtsolarmodule ein, angeliefert wurden diese von der Nice Solar Energy GmbH aus Schwäbisch Hall. Je Dachseite wurden vier „A98“-Lichtbänder mit jeweils vier Modulen eingebaut. Insgesamt ergibt das 16 einzelne Fenster nebeneinander pro Dachseite. Jedes Lichtband hat ein zu öffnendes Modul mit einem Hub von 700 mm. Die Steuerzentrale mit 12 Eingängen ermöglicht die Einzelansteuerung der Fenster und Innenbeschattung. Die Lichtbänder können mit Wind- und Regensensoren ergänzt und optional an eine Smart-Home-Steuerung angeschlossen werden. Ein Sonnenschutzglas in den Lichtbändern filtert die Wärme des Sonnenlichts zu einem hohen Anteil heraus, ohne die Lichtmenge einzuschränken. In Kombination mit der innenliegenden Plissee-Beschattung wird die Hitzeeinwirkung reduziert. Auch dem Farbwunsch des Kunden mit einer Außen-Rahmenfarbe in Tiefschwarz (RAL 9005) und der Innenfarbe Reinweiß (RAL 9010) konnte entsprochen werden. Die modulare Lichtbandverglasung auf dem Steildach in Pfaffenhofen passt zur Dacheindeckung aus Solarmodulen und konnte sicher und schnell montiert werden.

Autorin

Gaby Rohmann arbeitet im Marketing der GSL.Glasolux GmbH in Bielefeld.

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