Auch bei Sturmtiefs auf Nummer sicher

Veränderte Klimabedingungen sorgen für Extremwetterlagen. Das zeigte sich jüngst an den Wetterkapriolen zu Weihnachten. Alleine das Sturmtief Kyrill hinterließ 2007 eine Spur der Verwüstung und deckte viele Dächer ab. Mit entsprechenden Vorrichtungen allerdings, kommt der Dachhandwerker dagegen an.

Die letzten Jahre bestätigen es: Stürme in Deutschland treten immer häufiger auf und werden stärker. Allein für Ende 2009 zählte die Unwetterzentrale Deutschland in den Monaten September bis Dezember 15 Stürme mit einer Windgeschwindigkeit über 75 km pro Stunde. Das bedeutete im Durchschnitt fast ein Sturm pro Woche mit der Windstärke 8 und höher.

Zu Recht drängen Sachversicherer und der ZVDH auf verschärfte Regeln, um eine professionelle Windsogsicherung zu garantieren. Auch dem Handwerksmeister ist es ein Anliegen, den Bauherren ein sturmsicheres Dach zu garantieren. Nicht zuletzt, um sich selbst vor möglichen Schadensersatzansprüchen abzusichern. Aus diesem Grund wird auch die Windlastberechnung, Windsogsicherung und die Dachbereichseinteilung in der Fachregel des ZVDH neu definiert und am 1. März 2011 in Kraft treten.

Für fast alle Eindeckungen gibt es jetzt schon Lösungen. Und das von der Traufe bis zum First. Mit der Sturmklammer 456 bietet zum Beispiel das Unternehmen Fr. Ossenberg-Schule (FOS) eine Lösung an, die nach den aktuellen Prüfnormen getestet ist. Die Sturmklammer garantiert einen hohen Widerstand gegen die sogenannte Windsogbelastung. Zur Montage bedarf es zudem nur wenig Schritte:

Die Klammer lässt sich am Schnurschlag vormontieren oder während der Eindeckung einhängen. Sie wird von hinten auf die Latte gezogen und kann bei dickeren Latten zusätzlich von unten eingedrückt werden (Bild 1 + 2)

Danach wird die Ziegelreihe eingedeckt, die Klammer schaut über den Ziegelabschluss (Bild 3). Dabei verhindert die optimierte Form der Klammer, dass sie sich unter Belastung längt. Die Verkrallung an der Dachlatte gewährleistet sicheren Halt.

Als letzten Schritt wird der Haken der Klammer in den Seitenfalz einhängt. Fest um die Dachlatte geklemmt, greift das Auge der Klammer auf den äußeren Seitenfalz der oben liegenden Dachpfanne und hält somit im Vierziegeleck drei Pfannen.

Der Dachhandwerker bekommt die Sturmklammer (rostfreier Edelstahl, A2-Qualität oder Zink-Alu-minium) in verschiedenen Längen. Sie ist mit rundem oder eckigen Auge – je nach Wunsch – versehen.

Autor

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Hans Jürgen Krolkiewicz ist als Fachjournalist, Buchautor, beratender Ingenieur und Sachverständiger für Dach, Wand, Fassade, energieeffizientes Bauen und Gebäudeinstandhaltung tätig.

Web-Service:

www.bauhandwerk.de

Im Internet finden Sie unter www.bauhandwerk.de im eMagazine der dach+holzbau einen link zur passenden Variante Ihres Dachziegels.

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