Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden ist eine Herkulesaufgabe für die nächsten Jahre, wenn nicht für die nächsten Jahrzehnte. Neben dem Dach stellt hier vor allem die Fassade eine große Herausforderung dar. Und hier gibt es Lösungen abseits der konventionellen Dämmstoffe auf Erdölbasis mit ihrem hohen Anteil an grauer Energie (also der Energie, die für den Herstellungsprozess benötigt wird).

Im aktuellen Heft der dach+holzbau, das Sie vor sich haben, zeigen wir neben unterschiedlichen Lösungen für die Gestaltung der Fassade auch ein vorgehängtes hinterlüftetes Fassadensystem, das mit einem hohen Vorfertigungsgrad viele Vorteile in sich vereint. Denn gerade im Objektbau, bei mehrgeschossigen Gebäuden oder Schulen, braucht es Lösungen, die die Baustelle aus dem Wohn- und Arbeitsumfeld heraus halten. Kein Mieter und kein Arbeitnehmer möchte gerne auf einer Baustelle wohnen oder wochenlang ein Gerüst vor der Nase haben. Je schneller also eine Sanierung beendet wird, desto besser und desto höher ist auch die Akzeptanz für ein solches Bauvorhaben.

Die TES Energy Fassade, die wir Ihnen ab der Seite 50 vorstellen, ist im Grunde ein auf Holzrahmenbau basierendes vorgehängtes Element, das mit der bestehenden Fassade verbunden wird. Unebenheiten an der Fassade werden durch die Unterkonstruktion ausgeglichen und dann entweder mit Dämmstoff ausgeblasen oder mit Mineralwolle ausgedämmt. Durch den Fassadenaufbau entsteht eine sehr gut gedämmte Hülle, die sogar soweit vorgefertigt werden kann, dass Fenster und Gebäudetechnik vorinstalliert auf die Baustelle geliefert werden können. Im vorliegenden Projekt wurde die Fassade mit einer weiß lasierten Boden-Deckel-Schalung ausgeführt, genauso gut könnten das aber auch Metallschindeln, großformatige zementgebundene Tafeln oder Zinkbleche sein. Also all das, was Sie als Handwerker verarbeiten können.

Was es an vorgehängten hinterlüfteten (bunten und kreativen) Fassadenlösungen noch so alles gibt, davon können Sie sich am besten auf den Seiten 16 bis 26 im aktuellen Heft überzeugen und inspirieren lassen. Hohes handwerkliches und planerisches Geschick sind notwendig, denn individuell und detailgenau ausgeführt müssen die Lösungen allemal sein – selten gleicht eine Fassade der anderen. Und mit einer neuen Hülle machen Sie nicht nur das Haus energetisch fit, sondern bringen auch Farbtupfer in die Welt, und das kann beim Anblick und auch schon bei der Montage richtig Spaß machen.

Viel Freude bei der Arbeit und frohes Schaffen wünscht Ihnen

Lassen Sie sich beim Thema Fassadendämmung nicht die Butter vom Brot nehmen, sondern werden Sie selbst tätig

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