Durchdringungen sicher abdichten

Antennenmasten, Dunstrohre oder Anschlüsse für Solarkollektoren: Die Dachdecke durchzieht eine

große Zahl von Schnittstellen. Auch mit Photovoltaik auf dem Dach nimmt die Zahl der Durchdringungen weiter zu, die fachgerecht abgedichtet werden müssen. Das gelingt unter anderem mit Walzblei.

Dachdurchdringungen können die Funktionstüchtigkeit der gesamten Gebäudehülle gefährden. Sie können Einfallstore für Feuchtigkeit sein und obendrein den Wärmeschutz sowie die Einhaltung schall- und brandschutztechnischer Anforderungen gefährden. Schon bei der Planung ist darauf zu achten, die Zahl der Durchlässe auf ein Minimum zu reduzieren. Handwerker sollten eine dauerhafte Abdichtung aller Durchdringungen sicherstellen, um schwerwiegende Folgeschäden zu vermeiden. Aufgrund der Vielzahl von zum Teil sehr unterschiedlichen Durchlässen benötigen Handwerker einen flexiblen Universal-Werkstoff. Walzblei bewährt sich seit Jahren als verlässliche Lösung.

Vielseitig einsetzbar

Kaum ein anderes Produkt lässt sich so vielseitig mit anderen Metallen und Materialien verwenden wie Walzblei. Neben seiner hohen Witterungs- und UV-Beständigkeit zeichnet sich das Material durch eine sofortige Funktionstüchtigkeit aus. Das extrem formfähige Baumetall haftet durch ein hohes Eigengewicht auch ohne Einsatz von Klebemitteln. Die Verlegung von Walzblei erfordert keine speziellen Werkzeuge. In der Regel reichen eine Blechschere oder ein Schneidemesser für die Verwahrung von Durchlässen aus.

Es bieten sich zwei Ausführungsvarianten: zum einen eine individuelle Verwahrung mit der Falztechnik, zum anderen eine Verwahrung mit industriellen Walzblei-Fertigelementen, die in vielfältigen Formen, Abmessungen und Profilierungen lieferbar sind. Die Aus­führung ist einfach: Der Un­tergrund ist von Staub und Feuchtigkeit zu befreien. Bei der individuellen Ausführung wird das Bleiblech passend zugeschnitten und durch Treiben und Stauchen an die Durchdringung angeformt. Danach werden die überlappenden Teile durch Schweißen oder Löten geschlossen. Fertigelemente sind lediglich über die Durchdringung zu stülpen. Sie werden in der Regel mittels einer Schelle festgezogen. Abschließend wird das Blei mit Klopfwerkzeugen an die Form der Dacheindeckungen angepasst.

Selbstklebende Dichtungsbänder aus Walzblei können die Verlegung noch vereinfachen. Sie eignen sich für Durchlässe mit sehr kleinem Durchmesser oder als zusätzliche Abdichtung. Zunächst wird die Trennfolie stückweise abgezogen und das Band von der höchsten Stelle nach unten auf die abzudichtende Fläche abgerollt. Es ist so zu fixieren, dass keine Luftblasen entstehen. Das Band sollte großzügig abgeschnitten werden, um die Möglichkeit zur Überlappung zu haben. Abschließend sollte das Dichtungsband mit einer Malerrolle nachbearbeitet werden, so dass es eng anliegt und keine Zwischenräume bleiben.

Autor
Gabriel Holz ist als Fachautor Bauen/Immobilien für das Redaktionsbüro conovo in Köln tätig. Seine Themenpunkte sind neue Materiallösungen und technische Entwicklungen.
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