Fertighaussanierung: Wie die Zimmerer Profibau GmbH ein altes Hosby-Haus in Isenbüttel saniert hat

Die Zimmerer Profibau GmbH hat sich auf das Sanieren und Modernisieren von alten Fertighäusern spezialisiert. Im letzten Jahr hat der Betrieb etwa 50 alte Fertighäuser saniert, ein Fertighaus in Isenbüttel war eines davon. Wir zeigen, wie die Handwerker dabei vorgegangen sind. Lesen Sie hier das Interview mit Betriebsleiter Mario Drees über die wichtigsten Punkte bei der Fertighaussanierung: Interview

Anbauten, Aufstockungen und Badsanierungen bei in die Jahre gekommenen Fertighäusern gehören für die Zimmerer Profibau GmbH in Preußisch Oldendorf zum Alltagsgeschäft. Die Sanierung eines solchen Hauses in Isenbüttel war im letzten Jahr eine von etwa 50 Fertighaussanierungen, die der Betrieb durchführte. Das komplette Dach erneuerten die Zimmerleute, sodass nur noch die Sparren übrig blieben. Außerdem bekam das Haus einen Anbau in Holzrahmenbauweise. Der Anbau wurde mit Klinker verkleidet, die Giebelseiten des Hauses im Dachbereich mit Stehfalzblechen von Rheinzink.

Vom alten Dach nur noch die Sparren

 „Wir haben das alte Dach zurückgebaut und zwischen den Sparren eine Hanfdämmung eingesetzt“, sagt Mario Drees, Zimmerermeister und Betriebsleiter bei der Zimmerer Profibau GmbH, „dann haben wir von innen ein Dampfbremsvlies befestigt, darauf eine Lattung, wieder Dämmstoff und zum Schluss 12,5 mm dicke Gipsfaserplatten von Fermacell.“ Auf den Gipsfaserplatten verlegten die Handwerker Malervliese, die sie mit weißer Farbe überstrichen. Von außen verlegten die Zimmerleute über der neuen Dämmschicht eine Unterspannbahn, auf der Bahn montierten sie die Lattung für die neue Ziegeldeckung. Außerdem wurden Dachfenster aus Kunststoff eingebaut.

Neue Schüttung für die Holzbalkendecke

„Alte Fertighäuser haben oft keine Schüttungen in den Holzbalkendecken. Der Schallschutz ist dadurch nicht so gut wie bei neuen Häusern“, sagt Mario Drees. Bei dem Fertighaus in Isenbüttel entfernte man den alten Fußboden aus Spanplatten im Obergeschoss. Zur Schalldämmung verlegten die Handwerker Estrich-Waben aus dem Fermacell-Wabendämmsystem auf dem Boden und füllte sie mit Kalksplitt. Die Waben wurden mit Trockeestrichelementen abgedeckt.

Anbau aus Holzrahmenelementen

Das Wohnzimmer des alten Fertighauses sollte um einen Wintergarten erweitert werden, dafür erstellten die Handwerker einen Anbau in Holzrahmenbauweise, verkleidet mit Gipsfaserplatten. Von außen verkleideten die Zimmerleute den Anbau mit Klinker. Die zwei alten Bäder des Hauses entkernte man komplett und verlegte im Anschluss „Powerpanel H2O“-Platten von Fermacell an den Wänden. Auf die Platten kamen neue Fliesen.

Die Hausbesitzer wohnten während der Sanierung im Haus. „Wir haben das Haus abschnittsweise saniert, sodass die Besitzer in einem Teil weiter wohnen konnten, während wir im anderen Teil gearbeitet haben“, sagt Mario Drees. Insgesamt kostete die viermonatige Sanierung die Hausbesitzer 300 000 Euro. „Ein Neubau wäre ähnlich teuer gekommen, aber die Hausbesitzer wollten ihr Haus in der guten Lage behalten“, sagt Zimmerermeister Mario Drees. Zudem ist die Gesamtenergiebilanz besser – Stichwort graue Energie –, wenn das Haus saniert wird, statt das alte Haus abzureißen und dafür ein neues zu bauen.

Der Zimmerei-Betrieb in Preußisch Oldendorf hat sich seit neun Jahren auf die Sanierung von Fertighäusern spezialisiert, lesen Sie dazu auch das Interview mit Betriebsleiter Mario Drees. Da viele Fertighäuser aus den 1960er bis 1990er Jahren nun schon alt sind, bieten sie ein gutes Geschäftsfeld für Betriebe, die sich auf Komplettsanierungen spezialisiert haben. Dabei ist die energetische Sanierung genauso wichtig wie eine neue Innenraumgestaltung und die Geruchssanierung. Mehr über die Schadstoffsanierung eines Hauses in Soltau lesen Sie hier.

Autor

Stephan Thomas ist Volontär in der Redaktion der Zeitschriften bauhandwerk und dach+holzbau in Gütersloh.

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