Aluminiumpaneele am Sturz ausklinken

Vorgehängte, hinterlüftete Fassade mit Prefa-Sidings, Teil 7

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) hat sich als bauphysikalisch sicherer Wandaufbau bewährt, bei dem keine Probleme mit Kondensatfeuchte entstehen. In unserer Serie zeigen wir die Planung und Verlegung der Aluminium-Sidings von Prefa vom Sockel bis zum Dachrand. Teil 7 beschäftigt sich mit der Ausklingung der Sidings am Fenstersturz

Nachdem die Fenstereinfassungen abgeschlossen sind, geht es an die Verlegung der „Sidings“. Durch die Standardbreiten der Aluminiumplatten ist es eher unwahrscheinlich, dass Unter- und Oberkante des Fensters genau ins Raster passen – doch das ist kein Problem. In diesem Fall klinkt der Handwerker die Sidings einfach mit geringem Aufwand vor Ort aus.

Eine sichere Methode ist es, das Aluminiumpaneel unterhalb des Fensterbleches anzulegen und die Innenseiten der seitlichen Taschenprofile mit ungefähr einem Zentimeter Luft anzuzeichnen.

Das exakte Maß ermitteln

Die Höhe der Ausklinkung kann man mit dem Zollstock ermitteln. Dazu hält der Handwerker an der Vorderseite der bereits verlegten Fläche mit dem Nullpunkt an der Unterkante des Fensterbleches an. Das Maß nach unten bis Oberkante der „Feder“ wird nun auf das „Siding“ übertragen, indem der Monteur den Zollstock bündig an der Unterkante des auszuklinkenden Elements anlegt. Nun markiert er einmal die zuvor ermittelte Breite (Maß 1) und zusätzlich 21 mm (Maß 2), verlängert beide Linien zwischen den vorherigen, vertikalen Markierungen, die er zuvor mittels eines Anreißwinkels gezogen hat.

Ausklinken mit der Handkreissäge

Fürs Ausklinken eignet sich wiederum sehr gut die „Mafell KSS“ Kappschienen-Säge in Verbindung mit der passenden Führungsschiene. Das vertikale Einschneiden links und rechts erfolgt im ersten Schritt bis zum Maß 1. Für den Längsschnitt legt man die Führungsschiene parallel am Maß 2 an, stellt die Kappschienen-Säge auf Schnitttiefe Null, zieht mit einem Hebel den Schutz nach oben und setzt die Säge auf die Führungsschiene. Während die Maschine läuft, kann gleichzeitig das Sägeblatt ins Material eingetaucht werden. Sobald die notwendige Tiefe erreicht ist, ist es ein Kinderspiel, eine saubere, gerade, nahezu gratfreie Ausklinkung herzustellen.

Eine Rückkantung der 21 mm breiten Lasche um 90° nach innen steift das „Siding“ längsseitig aus. Nun ist es für die Montage vorbereitet und braucht nur noch im Bereich der Aussparung von unten nach oben in die Taschen eingeschoben werden, bis das Fassadenprofil an der Unterkante des Fensterbleches ansteht. Wenn exakt gearbeitet wurde, rutscht die Nut mit etwas Druck über die Feder und kann jetzt von oben zusammengesteckt werden, wodurch automatisch ein Spalt von etwa 10 mm für die Abluftöffnung unter dem Sims entsteht.

Ein Lüftungsprofil wäre erst ab 20 mm Breite notwendig. Wegen der Blende des Festerbleches ist der Schlitz auch verdeckt und stellt somit eine technisch perfekte und optisch saubere Lösung dar.

 

Autor

Thomas Weiß ist Zimmermeister und mitverantwortlich für die Schulungen in der Prefa-Academy in Neu-Ulm.

Sicherheitsvorkehrungen beim Umgang mit Maschinen


Beim Umgang mit Handkreissägen, Bohrmaschinen und anderen, handgeführten Elektrowerkzeugen sollte man unbedingt auf die Sicherheitsbestimmungen der BG BAU achten. Dazu gehört unter anderem das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung, etwa Schutzbrille und Gehörschutz. Beim Umgang mit rotierenden Werkzeugen ist wiederum das Tragen von Handschuhen oder losen Kleidungsstücken verboten.  Mehr Informationen über die Vermeidung von Unfällen bei der Arbeit mit handgeführten Elektrowerkzeugen finden Sie auf einer Themenseite der BG BAU unter www.bgbau.de/themen/sicherheit-und-gesundheit/maschinen

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