Aluminium-„Sidings“ montieren

VHF, Teil 3 – Sidings montieren

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) hat sich als bauphysikalisch  sicherer Wandaufbau bewährt, bei dem keine Probleme mit Kondensatfeuchte (Tauwasserausfall) entstehen. In unserer Serie zeigen wir die Planung und Verlegung mit Aluminium-„Sidings“ von Prefa vom Sockel bis zum Dachrand.

Mit dem Anbringen des Sockelprofils und der Taschenprofile in den Ecken (siehe Praxistipps 1 und 2 der VHF-Serie zu den „Sidings“) ist die Grundlage für die Montage der „Sidings“ gegeben. Wir haben uns in diessem Fall für ein „Siding“ mit Schattenfuge entschieden. Als Verlegeschema fiel die Wahl auf den „Wilden Verband“, das heißt unter Verwendung der „Fugen“ an den stirnseitigen Enden der „Sidings“ werden die vertikalen Stöße in Farbe der Fassadenoberfläche hinterlegt. Die Lage der Stöße ergibt sich aus dem Verlegeplan, den Prefa als kostenlose Serviceleistung nach Aufmaß des Kunden erstellt. Die Stückliste mit sämtlichem Zubehör ist in dem Paket eingeschlossen (siehe Infokasten unten).

Die Längen der einzelnen Bekleidungselemente sind von 0,5 m bis maximal 2,50 m frei planbar – ohne „Fuge“ sogar bis 6,20 m. Für ein ansprechendes, harmonisches Erscheinungsbild der fertigen Fassade reichen erfahrungsgemäß drei verschiedene Längen  aus, die wiederum lagenweise mit bis zu vier verschiedenen Baubreiten kombinierbar sind.

Um auf Anhieb gleich das richtige „Siding“ zu finden, sind die Pakete mit Etiketten versehen, auf denen von außen schon der Inhalt erkennbar ist, ohne alle Pakete öffnen zu müssen. Auf dem „Siding“ selbst ist auf der Rückseite eine Beschriftung mit Chargennummern, Längenangabe, usw. aufgedruckt. Im ersten Schritt wird das Startprofil über dem Sockelprofil mit etwa 2 mm Abstand (= Dicke eines Zollstockblattes) an der Unterkonstruktion (UK) verschraubt. Aufgabe des Startprofils ist neben der Aufnahme des ersten Bekleidungselements die Sicherung gegen Windlasten und der Ausgleich der Höhendifferenz des „Sidings“ zwischen unterem und oberen Überlappungsbereich. Die Verlegung der Fassade ist ähnlich einem Nut- und Federsystem wie bei einem Profilbrett, mit dem kleinen Unterschied, dass in diesem Fall der Befestigungsstreifen werkseitig vorgestanzt ist. Die Langlöcher dienen dem zwängungsfreien Ausdehnen und Zusammenziehen des „Sidings“ bei Temperaturschwankungen.

Befestigung in Holz- und Aluminium-UK

Für die Befestigung verwenden wir sowohl bei Unterkonstruktionen aus Holz, als auch bei Aluminium-UK Bohrschrauben, deren  Länge, Geometrie und Kopfdurchmesser genau definiert sind, da es sich dabei um ein statisch beanspruchtes Bauteil handelt. Die Bohrspitze beim Befestiger für UK aus Holz sorgt für verbesserte Auszugswerte, zudem ist die Holzschraube länger als die für Aluminium-Unterkonstruktionen. Bei der Schraube mit Feingewinde und Hinterstich (das ist die gewindefreie Zone unter dem Schraubenkopf) für die metallische Unterkonstruktion ist es wichtig, diese zu „überdrehen“, damit das „Siding“ an der Unterkonstruktion anliegt, aber nicht in der Ausdehnung behindert wird. Weil das Gewinde nicht mehr im Tragprofil sitzt, wird die Schraube automatisch „unverlierbar“. Beim Holz bitte die Schraube nicht auf Pressung anziehen!

Grundsätzlich befestigen wir die brettförmigen Bekleidungen nach dem Prinzip: Je Bauteil immer ein Festpunkt (Befestigung durchs Blech in die UK), möglichst mittig im „Siding“ und der Rest wird als Gleitpunkt (Befestigung Mitte Langlöcher) ausgeführt. Kommt es vor, dass sich im Bereich der UK keine Lochung befindet, ist es mit einer Langlochzange schnell hergestellt.

Bei der Verwendung von Fugen hat sich bewährt, diese vor dem Einsetzen des „Sidings“ einzubauen. Es wird ganz einfach von der Rückseite an der Endabkantung des Paneels eingefädelt und durch Umbiegen der Lasche an der gelochten Leiste fixiert. Das erste „Siding“ führen wir nun in die untere Startleiste und seitlich ins Taschenprofil ein und richten es so aus, dass es in die 25 mm tiefe Tasche etwa 15 mm einsteht. Jetzt kann es angeschraubt werden.

Zum Ermitteln der Länge des letzten Elements misst der Handwerker von der Innenseite des Taschenprofils bis zur Außenkante Fuge und subtrahiert 10 mm. Da durch hat man genügend Spielraum zum Einbau und die Ausdehnung funktioniert ebenso. Der Abschnitt kann u. U. als Anfang wiederverwendet werden. Möglichkeiten zum Ablängen sind Blechscheren, gleichzeitig ist dies aber auch zeitaufwendig. Besser eignen sich Stichsägen oder Trennschleifer mit dünnen Scheiben. Zu empfehlen sind auch Kapp- oder Handkreissägen. Hartmetallbestückte Sägeblätter mit vielen Zähnen im Wechsel als Trapez- und Flachzahn erzielen die saubersten Schnittkanten und haben eine sehr lange Standzeit. Mein Favorit ist die „KSS 40“ von Mafell, eine Handkreissäge, die zusätzlich am Tisch mit einer Kappschiene ausgerüstet wird. Mit deren Anschlag kann der Verarbeiter ohne Anzeichnen Winkelschnitte oder auch Schrägschnitte von -45° bis +45° ausführen. Die unterseitige Gummierung verhindert ein Verrutschen und ein Verkratzen durch Späne. Mit einem Handgriff ist die Kappschiene abmontiert. Die „KSS 40“ ist mit verschieden langen Führungsschienen kompatibel. Für Ausklinkungen beispielsweise an Fenstern kann man das Sägeblatt auch in der Fläche eintauchen. Erhältlich ist die Maschine sowohl mit Kabel als auch mit 18V-Akkus.

Autor

Thomas Weiß ist Zimmermeister und für die Schulungen in der Prefa-Academy in Neu-Ulm verantwortlich.

Fassadenplanung

Unter dem Link www.prefa.de/bauherren-sanierer/service/fotoservice-ihr-haus-im-prefa-look/kostenlose-fotomontage bietet Prefa die Möglichkeit, sich sein Projekt per Photoshop bereits vor der Ausführung im „neuen Gewand“ ansehen zu können. Es genügt, zwei Fotos hochzuladen, um dann in weiteren Schritten beispielsweise seine Fassade nach Produkt, Verlegerichtung, und Farbe zu konfigurieren. Innerhalb weniger Tage erhält man per Mail verschiedene Gestaltungsvorschläge in die Fotos hineinprojiziert, was die Entscheidungsfindung sehr erleichtert.

Kommt der Auftrag zur Ausführung, schickt der Handwerker das Aufmaß (Skizze mit genauen und vollständigen Maßen genügt) an den technischen Innendienst von Prefa. Dort wird ein Verlegeplan inklusive Stückliste der „Sidings“, Befestiger, Fugen, usw. erstellt und zur Freigabe an den Verarbeiter geschickt. Für die Montage sind die einzelnen „Sidings“ im Plan mit Positionsnummer, Länge und Breite beschriftet. Dieser Service ist kostenlos.

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