Alu Verbundplatten sägen und bohren

Fassaden mit Prefa-Aluminium-Verbundplatten: Praxistipp, Teil 4

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) hat sich als bauphysikalisch sicherer Wandaufbau bewährt, bei dem keine Probleme mit Kondensatfeuchte entstehen. In einer Serie zeigen wir die Montage einer solchen Fassadenkonstruktion mit Aluminium-Verbundplatten von der Planung bis zur Befestigung. 

Die Aluminium-Verbundplatte von Prefa, also die Rohplatte, hat grundsätzlich die Maße 1500 mm x 4010 mm (Breite x Länge). Sonderanfertigungen sind auf Wunsch bei größeren Mengen möglich. Die Sichtseite der Platte ist mit einer Schutzfolie überzogen, auf der mit Pfeilen die Verlegerichtung (Lackierrichtung) aufgedruckt ist. Um ein gleichmäßiges Erscheinungsbild zu erhalten, muss das bei Metallicbeschichtungen bereits bei der Platteneinteilung berücksichtigt werden. Ein Wechsel der Verlegerichtung erzeugt Farbunterschiede bzw. Lichteffekte durch unterschiedliche Reflektion.Grundlage der Montage der Prefa-Verbundplatten ist der Fassadenplan. Bei exaktem Gesamtaufmaß besteht die Möglichkeit, die Formate fix und fertig werkseitig bei Prefa zu beziehen. Alternativ werden die Maße direkt auf der Baustelle an der Unterkonstruktion abgenommen, auf die Platte übertragen und die Platten zugeschnitten.

Vom Meterriss wird dabei eine vorgegebene horizontale Linie aus dem Baukörper aufgenommen (zum Beispiel Fenstersims: Oberkante Verbundplatte = Unterkante Fenstersims - Fugenbreite), daraus ergibt sich das erste Höhenmaß. Das Längenmaß kann variieren, es ergibt sich als lichtes Maß zwischen zwei T-Profilen, abzüglich der Fugenbreite. Zum Längenmaß bei der Ausarbeitung der Innenecke / Außenecke, siehe Infokasten links.

Zur Erleichterung der Montage hat sich eine Hilfskonstruktion bewährt. Auf der Unterkante der zweiten Plattenreihe befestigt der Handwerker eine gerade Hilfslatte, um die Verbundplatte nach der Bearbeitung dort aufzulegen und auszurichten. Als Bezugslinie dient ein Meterriss rund um das Gebäude (Schlauchwasserwaage oder Laser).

Für gutes Schnittergebnis Platten besäumen

Falls die Platten vom Handwerker selbst zugeschnitten werden, muss er darauf achten, dass die Schnittkanten der Rohformate umseitig um mindestens 5 mm besäumt werden, nur so werden formschöne Schnittkanten erzielt.

Mit Anschlag und Tauchsäge (geeignete Sägezahngeometrie ist ein Trapezzahn/Flachzahn) werden nun die erforderlichen Plattenschnitte getätigt. Eine „Opferplatte“ sorgt auch auf der Plattenunterseite für ein gutes Schnittergebnis. Tipp: Immer darauf achten, dass sich darauf keine Späne sammeln, um ein Verkratzen der Sichtseite zu vermeiden. Danach werden die Platten entsprechend der Abstände der Unterkonstruktion gebohrt. Eine Schablone mit 45 mm Abstand von der Außenkante sorgt für den richtigen und gleichmäßigen Abstand. Idealerweise verwendet man einen Stufenbohrer (9,5 mm) mit Zentrierspitze. Der große Bohrlochdurchmesser sorgt für eine zwängungsfreie Ausdehnung der Fassadenplatten bei Temperaturwechsel.

Autor

Thomas Weiß ist Zimmermeister und für die Schulungen in der Prefa-Academy in Neu-Ulm verantwortlich. Zudem vertritt er die Firma Prefa beim Fachverband vorgehängte hinterlüftete Fassade (FVHF) als Mitglied.

Unter www.prefa.de/downloadcenter stellt Prefa Detailzeichnungen zur Verfügung. Suchen Sie im Downloadcenter nach den Stichwörtern „Fassade“ / „Alu-Verbundplatte“.

Maßermittlung Innenecke / Außenecke

Die Maße für die Innenecke bzw. die Außenecke werden auf der Vorderkante der Unterkonstruktion abgenommen und auf die Rückseite der Verbundplatte übertragen. Für die Innenecke muss die Plattendicke (4 mm) beidseitig – also an jedem Schenkel – abgezogen werden, bei der Außenecke wird die Plattendicke entsprechend beidseitig dazugerechnet.

Tipp: Zuschnitt der Platten durch Prefa

Es gibt die Möglichkeit, die vermaßten Platten oder ein Aufmaß an Prefa zu schicken. Im Werk können die Platten nach einer Verschnittoptimierung (Nestig-Verfahren) auf Wunsch gesägt, gefräst und gebohrt auf die Baustelle geliefert werden.

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