Erhöhung des Mindestlohns: IG BAU fordert stärkere Kontrollen

3083 Ermittlungsverfahren wegen Mindestlohnverstößen 2021

Der Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Robert Feiger, fordert mit Blick auf die von der neuen Bundesregierung geplante Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro eine massive Aufstockung des Personals der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS). Hintergrund sind aktuelle Zahlen des Bundesfinanzministeriums. Sie zeigen, dass zahlreiche Unternehmen im vergangenen Jahr Mindestlöhne nicht eingehalten haben.

So leitete die Finanzkontrolle Schwarzarbeit bis Ende November 2021 bundesweit insgesamt 3083 Ermittlungsverfahren wegen Mindestlohnverstößen ein. Dabei wurden entweder der gesetzliche Mindestlohn oder bestehende Branchenmindestlöhne nicht korrekt an Arbeitnehmer gezahlt. Als Folge davon sind bis November 2021 Bußgelder von insgesamt über 12,5 Millionen Euro wegen Mindestlohnverstößen verhängt worden.

Nach den Zahlen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit wurden bis Ende November vergangenen Jahres 816 Fälle von Mindestlohnbetrug allein auf Baustellen aufgedeckt. Zudem wurden rund 3,88 Millionen Euro Bußgelder an Baubetriebe verhängt, die gegen die Zahlung von Mindestlöhnen verstoßen haben.

IG BAU fordert deutliche Erhöhung der Mindestlohnkontrollen

Robert Feiger, der auch Mitglied der Mindestlohn-Kommission ist, spricht von einem „zu kleinen Kontroll-Risiko für Arbeitgeber“. Die Gefahr, bei Mindestlohnverstößen ertappt zu werden, sei für Arbeitgeber nur gering. „Notwendig ist ein deutlich höherer Kontrolldruck“, so der IG BAU-Chef. Sobald der gesetzliche Mindestlohn – wie von der Ampel-Koalition in Berlin geplant – in diesem Jahr auf 12 Euro pro Stunde steige, werde es 7,2 Millionen Menschen geben, die von dem höheren Mindestlohn profitierten. „Das bedeutet dann aber auch, dass es 7,2 Millionen Lohntüten zusätzlich gibt, auf die der Staat ein Auge werfen muss. Wenn es bei der bisherigen Kontrollaktivität, wie wir sie in diesem Jahr und in den Vorjahren erlebt haben, bleibt, dann kann man bald bestenfalls nur noch von ‚Placebo-Kontrollen‘ mit definiertem Minimal-Risiko für Arbeitgeber sprechen, die Menschen im Niedriglohnbereich für sich arbeiten lassen“, sagt Robert Feiger. Der „mangelnden Mindestlohn-Moral“ in einigen Unternehmen müsse durch eine deutliche Erhöhung der Kontrollen nachgeholfen werden. Robert Feiger: „Ein 12-Euro- Mindestlohn ist nur so gut wie seine Einhaltung“.

Arbeitsinspektionen sollen Verstöße verfolgen

In diesem Zusammenhang fordert Feiger eine weitere personelle Aufstockung der Finanzkontrolle Schwarzarbeit und eine deutliche Erhöhung der Bußgelder. Darüber hinaus fordert der IG BAU-Vorsitzende die Einrichtung von speziellen, schlagkräftigen Arbeitsinspektionen. Hier sollte die Verfolgung aller Verstöße gegen Mindestarbeitsbedingungen gebündelt werden: vom Lohn über den Arbeitsschutz bis zur Arbeitszeit. (Quelle: IG BAU)

Weitere Informationen https://igbau.de/

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