Forderung nach mehr Pflanzen in Städten
Begrünte Städte müssen eine Selbstverständlichkeit werden. Diese Forderung zog sich wie ein roter Faden durch den Weltkongress Gebäudegrün, der vom 09. bis 11. Juni 2026 im Berlin stattfand.
Die über 700 Teilnehmenden aus 32 Ländern waren sich einig: Pflanzen auf Dächern, an Fassaden und in Innenräumen sind Klimaanpassungsmaßnahmen und müssen noch stärker in den Fokus von Planung, Kommunen und Politik rücken. Dieser Meinung ist auch Thomas Banzhaf, Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL), der für mehr Tempo bei der Begrünung der Städte appellierte. Fassaden aus Stein und Glas sowie Dachflächen seien kostbar und sollten als neue grüne Landschaften gedacht werden. „Das Potenzial dieser Flächen ist gewaltig,“ so Banzhaf.
Neue Lösungen und Entwicklungen
Die begleitende Fachausstellung mit 53 Unternehmen, Vereinen und Organisationen mit Messecharakter
Foto: Bundesverband Gebäudegrün e .V.
53 Unternehmen, Verbände und Organisationen gaben in der begleitenden Fachausstellung einen Überblick über die verschiedenen Produkte sowie Dienstleistungen der Branche, ergänzt durch eine Posterausstellung. Beides waren beliebte Treffpunkte des Austausches, Wiedersehens und Kennenlernens.
Insgesamt 90 Keynote-Speaker und Referierende aus 24 Ländern gaben einen umfassenden Einblick in Forschung und praktische Umsetzung. Unter anderem zeigte der französische Botaniker Dr. Patrick Blanc auf, wie wichtig die Pflanzenauswahl bei der Begrünung von Bauwerken ist. Auf seinen vielen Reisen lässt er sich inspirieren: „Seit 50 Jahren bereise ich die Welt und schaue dort nach Pflanzen. Ich orientiere mich immer an der Natur“, so Blanc. Begrünungen könnten komplexe Gebilde werden. Wichtig sei das Zusammenspiel von Pflanze und Ort, so der Botaniker.
Voller Saal beim Weltkongress Gebäudegrün: Über 700 Teilnehmende zählte die internationale Veranstaltung
Foto: Bundesverband Gebäudegrün e.V.
Prof. Werner Sobek appellierte in seinem Impulsvortrag an die Verantwortung, die jeder für sein eigenes Handeln trage. Gemeinschaftliches Denken und Handeln könne viel bewirken. „Die Beschäftigung mit Zukunftsfragen weltweit ist das Wichtigste für die Architektur“, sagte Sobek. „Wir brauchen mehr Bäume, und eine Begrünung von Gebäuden ist unglaublich wichtig. Wir müssen so viel begrünen, wie wir können!“ Für eine klimaangepasste Transformation der Städte seien zudem präzise Informationen und Wissenstransfer die Grundlagen. Sobek rät: „Wir sollten die Denkweisen der anderen kennenlernen und mehr miteinander sprechen.“
Exkursionen boten exklusive Einblicke
Die Exkursionen zu besonderen Begrünungsobjekten in Berlin waren das Highlight am 3. Kongresstag
Foto: Bundesverband Gebäudegrün e.V.
Am dritten Tag fanden Exkursionen zu besonderen Begrünungsobjekten in Berlin statt. Neben dem Wissenstransfer und dem Aufzeigen von Best-Practice-Beispielen stand dabei die Vernetzung zwischen den rund 260 Teilnehmenden im Vordergrund. Projektverantwortliche führten durch die Vielfalt der Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünungen und zeigten auch Projekte, die sonst nicht frei zugänglich sind. „Der Kongress hat uns alle noch einmal wachgerüttelt. Er hat gezeigt, wie wichtig das Grün an und in Gebäuden ist und was alles möglich ist“, resümierte BuGG-Präsident Dr. Gunter Mann.
Gewinner des BuGG-Wettbewerbs „Gebäudegrün des Jahres 2026“
Insgesamt 50 Objekte standen im Wettbewerb „Gebäudegrün des Jahres 2026“ vom Bundesverband Gebäudegrün e.V. (BuGG) zur Wahl. Nach einer ersten öffentlichen Abstimmungsrunde folgte das Finale beim Weltkongress Gebäudegrün in Berlin. Die Teilnehmenden wählten live mit dem Smartphone die Sieger. Gewonnen haben:
