Einheitliche Dachgestaltung
System aus dachintegrierten PV-Modulen und Dachplatten aus Faserzement auf dem Dach eines Wohnhauses eingebautNachdem ein fränkischer Unternehmer gute Erfahrungen mit dem Ertrag der PV-Anlagen auf seinen Werkstatthallen gemacht hatte, entschied er sich dafür, auch das Steildach seines Wohnhauses zu sanieren und zur Solarstromgewinnung zu nutzen. Zum Einsatz kam ein dachintegriertes PV-System.
Auf dem Dach des Wohnhauses kam das PV-System „Sunskin Roof Lap“ von Swisspearl zum Einsatz. Der Bauherr und die ausführende Zimmerei hatten sich gemeinsam für das dachintegrierte Solarsystem entschieden. Eingebaut wurde es von der Zimmerei Kamleiter GmbH & Co. KG aus Schillingsfürst. Max Kamleiter, Zimmerermeister und Inhaber der Zimmerei, berichtet: „Wir haben dieses Photovoltaik-Dachsystem zum ersten Mal verarbeitet und daher das Angebot einer Montageschulung auf der Baustelle in Anspruch genommen.“ Neben den technischen Aspekten war auch die gute Beratung des Herstellers ausschlaggebend für die Wahl der dachintegrierten PV-Anlage.
Durch die Kombination aus dach-integrierten PV-Modulen und ergänzenden Faserzementplatten ergibt sich eine flächenebene Dacheindeckung
Foto: Swisspearl
Auf 104 m2 Dachfläche des Wohnhauses wurden die PV-Module von Swisspearl und auf der übrigen Dachfläche die Faserzement-Dachplatten „Swisspearl Aura“ verlegt. Dadurch ergibt sich eine nahezu flächenebene Dacheindeckung, in der die PV-Module mit den Ergänzungsplatten eine Einheit bilden. Die Dachplatten und Module wurden mit einer Überlappung von 50 mm mit horizontal und vertikal durchlaufenden Fugen verlegt, auf insgesamt 180 m2 Dachfläche mit einer Neigung von 45°. Die Verlegung war nach vier Tagen abgeschlossen.
Dachaufbau mit Hinterlüftung und passiver Kühlung
Vor der Verlegung der Module und Dachplatten erhielt das Dach eine Aufsparrendämmung. Die dafür eingesetzte PUR-Dämmung „Puren Perfect“ mit aufkaschierter Unterdeckbahn (UDB-A) ist gemäß ZVDH-Regelwerk in die Klasse 4 („verklebte Unterdeckung“) einzuordnen. Über der Dämmung wurde eine Konterlattung mit einer Höhe von 80 mm angebracht. Diese Ebene sorgt für ausreichende Hinterlüftung, die passive Kühlung der PV-Module im Sommer und damit einen optimalen Wirkungsgrad. Auf der Konterlattung wurde eine gehobelte Lattung zur Aufnahme der PV-Modulhalter montiert. Die korrekte Überlappungshöhe entsteht dabei durch den Einsatz zweier Dachlatten, die übereinander montiert werden und damit die doppelte Höhe der einfachen Lattung erreichen.
Gewichtsreduziertes System
„Ein großer Vorteil des PV-Systems von Swisspearl in der Sanierung ist sein geringes Gewicht“, sagt Max Kamleiter. Bei der Montage müsse man nicht zuerst Dachplatten verlegen und dann PV-Module aufständern, sondern könne beides in einer Ebene verlegen.
Auf dem Dach des Wohnhauses wurden Solarmodule in Breiten von 101 und 138 cm mit einer sichtbaren Höhe von 78 cm verlegt
Foto: Swisspearl
„So kann das System auch auf älteren, weniger tragfähigen Dachstühlen eingesetzt werden und es gibt kein Problem, wenn durch die Dämmung mehr Gewicht auf das Dach kommt“, sagt der Zimmerermeister. Der zeitliche Mehraufwand für die Montage des dachintegrierten Solarsystems gegenüber einer Eindeckung mit Dachsteinen oder Dachziegeln sei gering, so Kamleiter.
Module und Dachplatten in drei Formaten
Besonders gut geeignet ist das dachintegrierte PV-System von Swisspearl für Dächer mit wenigen Einbauten. „Hier kann es seine Stärken voll ausspielen, weil man viele PV-Module verlegen kann“, so Max Kamleiter. Dächer mit vielen Gauben oder Dachfenstern würden einen höheren Anpassungsaufwand erfordern, seien aber mit dem PV-System auch zu realisieren. Da der Hersteller Swisspearl die PV-Module ebenso wie die Ergänzungsplatten in drei Formaten anbietet, sind – eine gute Planung vorausgesetzt – auch Dächer mit Einbauten gut umsetzbar.
Die Montage beginnt unter dem First. Die Module werden mit einem vorgerüsteten MC4-Stecker verbunden und in die vormontierten Halter eingehängt
Foto: Swisspearl
„Auf einer der Dachseiten des sanierten Wohnhauses mit Gaube konnten immer noch 70 m² von insgesamt 90 m2 Dachfläche mit PV-Modulen ausgestattet werden“, berichtet Zimmerermeister Max Kamleiter. Verlegt wurden auf dem Dach des Wohnhauses Solarmodule in Breiten von 101 und 138 cm mit einer sichtbaren Höhe von jeweils 78 cm. Insgesamt entstand so eine PV-Anlage mit einer zu erwartenden Jahresnennleistung von bis zu 20 000 kWh.
Dachintegriertes PV-System in verschiedenen Varianten
Mit dem „Sunskin“-System von Swisspearl lässt sich prinzipiell jedes Dach mit einer Neigung von 15° bis 60° zur Energiegewinnung nutzen. Die Module bestehen aus Sicherheitsglas in einer Dicke von 3,2 mm und stehen außer in Schwarz auch in Grau, Braun und Ziegelrot zur Verfügung. Besonders in architektonisch sensiblen Bereichen, in denen eine bestimmte Dachfarbe vorgeschrieben ist, lässt sich so die Sichtbarkeit von Photovoltaikanlagen reduzieren und auch die Argumentation gegenüber Denkmalschutzbehörden vereinfachen. Die farbigen PV-Module von Swisspearl sind generell mit satiniertem, reflexionsfreiem Glas ausgestattet. In Schwarz sind sie entweder mit satiniertem oder mit Standardglas erhältlich. Für hohen Energieertrag sorgen monokristalline „Top-Con“-Halbzellen in allen Modulen.
Spezielles Montagesystem
Zum dachintegrierten PV-System „Sunskin Roof Lap“ gehören neben den Solarmodulen auch das von Swisspearl entwickelte Montagesystem sowie die Ergänzungsplatten aus Faserzement für die Teilflächen des Daches, die nicht mit PV-Modulen belegt werden sollen. Diese Platten werden ebenfalls in verschiedenen Farben angeboten und sind UV-beständig. Vor kurzem wurde in Deutschland außerdem ein System von Swisspearl auf den Markt gebracht, das die Kombination von PV-Modulen und Faserzementplatten an der Fassade ermöglicht.
Sowohl die Indach-Solaranlage als auch das Carport mit Solarmodulen versorgen das Einfamilienhaus mit Strom. Von dem PV-System auf dem Dach ist eine Jahresnennleistung von bis zu 20 000 kWh zu erwarten
Foto: Swisspearl
Geplant wird die Dachgestaltung mit „Sunskin Roof Lap“ entweder durch den Architekten im Zuge der Genehmigungsplanung oder durch einen Dachdecker-/ Zimmereibetrieb. Technische Informationen zum System stehen auf der Webseite des Herstellers zur Verfügung unter: www.swisspearl.com.
Sandra Schotten arbeitet als Marketing Managerin bei der Swisspearl Fassaden- und Dachprodukte DE GmbH in Nittenau.
