Neue Holz-Beton-Hybridbrücke in Manching
Eine Geh- und Radwegbrücke als integrale Holz-Beton-Verbundkonstruktion entstand im Zuge der verkehrlichen Neustrukturierung rund um die B 16 bei Manching. Das Bauwerk verbindet den Ortskern von Manching mit dem Flugplatz Ingolstadt-Manching sowie dem südlich gelegenen Naherholungsgebiet und schafft eine sichere, durchgängige Verbindung für den nicht motorisierten Verkehr.
Die Geh- und Radwegbrücke verbindet als integrale Holz-Beton-Verbundkonstruktion aus Manching kommend die Geisenfelder Straße mit dem Flugplatz Ingolstadt-Manching
Foto: Conné van d'Grachten
Die Brücke gilt als die erste integrale Holz-Beton-Verbundbrücke der bayerischen Staatsbauverwaltung und kommt ohne Lager oder Fugen aus, mit dem Ziel eines wartungsarmen, robusten und langlebigen Bauwerks. Mit einer Stützweite von rund 27 m, einer variierenden Konstruktionshöhe zwischen 0,91 m und 1,28 m und einer Breite von 3,50 m entstand ein Tragwerk, dessen Schlankheit das Potenzial der Holz-Beton-Verbundbauweise eindrucksvoll sichtbar macht. Der Überbau ist als einfeldriger, integraler Plattenbalken ausgebildet. Dessen Tragwirkung wird wesentlich durch den kraftschlüssigen Verbund zwischen der Brettschichtholzkonstruktion und der Stahlbetonfahrbahnplatte geprägt.
Ingenieurtechnische Besonderheiten
Die Planung und Realisierung erforderten anspruchsvolle ingenieurtechnische Leistungen. Bereits die Entscheidung für ein integrales Holztragwerk ohne Lager oder Übergangskonstruktionen stellte eine besondere Herausforderung dar, denn die Brücke verzichtet vollständig auf mechanische Freiheitsgrade. Sämtliche Zwängsspannungen aus Temperatur, Kriechen und Schwinden müssen innerhalb des Systems aufgenommen werden. Die Schubkraftübertragung zwischen Fahrbahnplatte und Holzträgern erfolgt über Kerven in den Trägern, über die der Schubfluss an der Holz-Beton-Grenzfläche übertragen wird. Exzentrische Lasteinleitungen erzeugen zusätzliche Zugkräfte, die durch Vollgewindeschrauben gesichert werden. Die biegesteife Einspannung der Holzträger in die Stahlbetonwiderlager erfolgt über Gewindestangen und formschlüssige Anschlussgeometrien.
Gestalterische Integration
Durch die erhöhte Lage der Brücke ergeben sich für die Nutzer neue Ausblicke über die B 16 hinweg in Richtung des angrenzenden Flugplatzes
Foto: Conné van d‘Grachten
Die charakteristische gestufte Ausbildung des Brückenquerschnitts ist Teil des konstruktiven Holzschutzes. Die leichte Überhöhung des Überbaus sowie die variierende Konstruktionshöhe folgen der statischen Beanspruchung. Zugleich sind diese Merkmale ein gestalterisches Mittel, bei dem das warme Erscheinungsbild des Holztragwerks in Kontrast mit den Betonoberflächen und den Stahlbauteilen des Geländers steht. Durch die erhöhte Lage des Überbaus eröffnen sich dem Nutzer neue Blickbeziehungen über die B 16 hinweg bis zum Markt Manching und in Richtung des angrenzenden Flugplatzes.
Bauweise
Die gestufte Ausbildung des Querschnitts folgt der statischen Beanspruchung und ist ein gestalterisches Mittel. Dabei steht das warme Erscheinungsbild des Holztragwerks in Kontrast zu den Betonoberflächen
Foto: Conné van d'Grachten
Durch den Einsatz regional verfügbarer Fichtenhölzer für den Bau der Brücke werden circa 37 t biogenes CO2 dauerhaft gebunden. Zudem werden rund 35 t CO2 durch den Verzicht auf Stahlmengen – wie sie beispielsweise bei einem VFT-Träger erforderlich wären – eingespart. In Summe entspricht dies einer CO2-Reduktion von etwa 70 t durch die Materialwahl. Die etwa 30 m lange Brücke entstand in Holz-Beton-Verbundbauweise mit einem Belag aus Gussasphalt, Geländern aus Flachstahlpfosten, einer Durchsturzsicherung mit Streckmetallgittern und einem Handlauf aus Stahlprofilen mit Abdeckung aus Brettschichtholz.Gebaut wurde sie 2025 durch den Generalunternehmer Berger Bau SE, die Schaffitzel Holzindustrie GmbH & Co. KG verantwortete den Holzbau. Die Objekt- und Tragwerksplanung übernahm das Ingenieurbüro Miebach.
Zukunftsperspektive
Als Pilotprojekt leistet die Brücke einen Beitrag zur Weiterentwicklung des nachhaltigen Brückenbaus in der öffentlichen Infrastruktur und trägt dazu bei, Wissen aufzubauen, das langfristig zu neuen Standards in der Planung von Verbundbrücken führen kann. Das Bauwerk zeigt, wie sich ingenieurtechnische Vision und ökologische Verantwortung in einem Infrastrukturprojekt vereinen lässt.
