Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wo wären Sie bei großer Hitze im Sommer lieber: im Dachgeschoss eines Hauses mit Dachstuhl aus Holz oder unter einem Dach aus Beton? Als Zimmerer oder Dachdecker würden Sie sich wahrscheinlich für den Dachstuhl aus Holz entscheiden. Doch womöglich wäre es unter einem Betondach kühler! Ein Steildach aus Beton, das klingt erstmal ungewohnt. Tatsächlich gibt es aber Argumente für das Betondach: Das Material bietet durch seine hohe Rohdichte und das schiere Gewicht eine gute Schalldämmung und tatsächlich einen guten sommerlichen Wärmeschutz.

Die großen Nachteile eines Betondachs sind seine schlechte CO2-Bilanz und die längere Bauzeit im Vergleich zum Dachstuhl aus Holz. Für Beton wird Zement benötigt, dessen Produktion kostet viel Energie: Sieben Prozent des Kohlendioxidausstoßes (CO2) weltweit gehen laut der Internationalen Energie Agentur auf die Zementproduktion zurück .

Betondächer haben aber nicht nur eine schlechte Klimabilanz. Wie erwähnt dauert die Erstellung eines Daches aus Beton, zumindest aus Ortbeton, deutlich länger. Dafür sind viele Schritte nötig: Stützen im Dachinnenraum aufstellen, Schalungsträger und -platten montieren, Armierung/Bewehrung einbringen, Beton einfüllen und abbinden lassen. Bis das Dach ausgeschalt werden kann, vergehen einige Tage.

Ein Dachstuhl aus Holz hingegen ist innerhalb von 1-2 Tagen aufgerichtet. Natürlich braucht es dann noch Dämmung, Lattung und Eindeckung. Aber auch ein Betondach kommt nicht ohne Wärmedämmung aus, wenn man im Dachinneren das Jahr über angenehme Temperaturen haben möchte. Eine Dachkonstruktion aus Beton bietet zwar ein erhöhtes Wärmespeichervermögen – das reduziert die Aufheizung des Dachraums – generell ist Beton aber ein guter Wärmeleiter und braucht daher eine Dämmung.

Wie Dachdecker das Betonsteildach eines Hauses in München gedämmt und abgedichtet haben und welche Herausforderungen es dabei gab, lesen Sie ab Seite 24.

Ende August findet die Weltmeisterschaft der Berufe im russischen Kazan statt. Für die deutschen Zimmerer tritt der amtierende Europameister Alexander Bruns an. Obwohl er sich im Juni bei einem Verkehrsunfall leicht verletzt hat – zum Glück ohne größere Folgen – stellt er sich dem Wettbewerb. Wie sich Alexander Bruns auf die Weltmeisterschaft vorbereitet und welche Pläne er für die Zeit nach dem Wettbewerb hat, lesen Sie ab Seite 62.

Wir werden vom 22.-27. August live von den World Skills in Kazan berichten, schauen Sie daher in dieser Zeit regelmäßig auf unserer Website und auf unserer Facebookseite vorbei (www.facebook.com/dachundholzbau ). Und wenn Sie immer auf dem neuesten Stand über Themen aus der dach+holzbau bleiben wollen, abonnieren Sie einfach unseren Newsletter: www.dach-holzbau.de/newsletter.

Ich wünsche Ihnen frohes Schaffen!

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