Hybride Dämmstoffkombination
Biobasierte PU-Aufsparrendämmplatten können mit einer Zwischensparrendämmung kombiniert werden und steigern so die Dämmwirkung. Eine bestehende Zwischensparrendämmung muss dabei nicht zwangsläufig entsorgt werden, unabhängig davon, ob diese noch funktionsfähig ist oder nicht.
Linzmeier bietet die hybride Dämmstoffkombination unter dem Begriff „Hybrid-Dach“ an und setzt dabei auf die Aufsparrendämmplatten „Linitherm Loop“, die zu rund 60 Prozent aus Biomasse bestehen – konkret aus landwirtschaftlichen Pflanzenabfällen wie Mais- und anderen Pflanzenstängeln oder Stroh. Lebensmittel werden bei der Herstellung nicht eingesetzt. Die druckfesten Platten werden nach Herstellerangaben CO2-neutral produziert, sind wiederverwendbar und frei von Schadstoffen. „Linitherm Loop“ verfügt zudem über eine der höchsten Dämmwirkungen (WLS 023) aller derzeit auf dem Markt befindlichen biobasierten Dämmstoffe.
Die Einblasdämmung kann von innen oder von außen in die Gefache eingeblasen werden
Foto: Isocell
Als Zwischensparrendämmung im „Hybrid-Dach“ kommen zum Beispiel Mineralfaserdämmstoffe oder die Zellulose-Einblasdämmung von Isocell in Frage, die vollständig aus Tageszeitungen gewonnen wird. Dabei ergänzen sich die Eigenschaften beider Materialien: Die PU-Aufsparrendämmung übernimmt die Wärmedämmung, die Einblasdämmung trägt zum Schall- und Brandschutz bei. Die Wirkung der Materialkombination in Bezug auf die Dämmleistung wird anhand eines Beispiels deutlich: Ein 100 mm starkes „Linitherm Loop“-Element erreicht einen U-Wert von 0,22 W/m²K. In Kombination mit einer 120 mm starken Zellulose-Einblasdämmung (WLS 039) liegt der U-Wert des Gesamtaufbaus bei 0,14 W/m²K. Im Neubau erfüllt dieser Aufbau die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes GEG und der Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG. Da die Aufsparrendämmplatten sehr leicht sind, können Dachstühle zudem weniger massiv ausgeführt werden.
Verlegung der Dämmplatten „Linitherm Loop“ über den Dachsparren
Foto: Linzmeier
In der Sanierung sind verschiedene Aufbauten möglich: Eine noch funktionsfähige Zwischensparrendämmung kann verbleiben und wird durch die Aufsparrendämmung ergänzt. Auch eine nicht mehr funktionierende Dämmung zwischen den Sparren muss nicht zwingend entfernt werden – sie wirkt weiterhin schalldämmend und spart Entsorgungskosten. In den meisten Fällen ist zudem keine Aufdopplung der bestehenden Dachkonstruktion erforderlich. Die durchgehende und wärmebrückenfreie Aufsparrendämmung ist dabei sowohl im Neubau als auch in der Sanierung möglich.
Ralf Scheffler ist Geschäftsführer der Linzmeier Bauelemente GmbH in Riedlingen.
