Editorial zur dach+holzbau 5.2026
Beim Photovoltaikausbau kommt dem Dachdecker- und Elektrotechnikerhandwerk eine entscheidende Rolle zu!in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden rund 57 Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien erzeugt – das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie aktuelle Daten der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik unter der Leitung des Umweltbundesamts zeigen. Solarstrom gilt dabei, nach der Windkraft, als eine der wichtigsten erneuerbaren Energiequellen. Der Photovoltaiksektor profitierte im ersten Halbjahr 2026 von überdurchschnittlicher Sonneneinstrahlung und dem weiteren Zubau von PV-Anlagen – insgesamt 8 GW neuer Bruttoleistung durch PV-Anlagen gingen laut Umweltbundesamt seit Januar 2026 ans Netz. Der Photovoltaikausbau in Deutschland schreitet zügig voran: Ende des vergangenen Jahres waren schon 4,8 Mio. Photovoltaikanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt 106,2 GW auf Dächern und Grundstücken hierzulande installiert, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Ziel der Bundesregierung ist es, dass bis 2030 mindestens 80 Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien erzeugt werden und eine Leistung von mindestens 215 GW durch Photovoltaikanlagen ans Netz gehen soll. Dieses Ziel ist ambitioniert, aber erreichbar, wenn der Photovoltaikausbau wie bisher vorangetrieben und nicht durch Diskussionen über einen Stopp der Einspeisevergütung gedämpft wird. In vielen Bundesländern ist die Installation von PV-Anlagen bei Neubauten oder Dachsanierungen bereits Pflicht.
Bei der Planung, Installation und Wartung von Solaranlagen kommt dem Dachdecker- und Elektrotechnikerhandwerk eine entscheidende Rolle zu. Bekräftigt wird dies durch ein Gerichtsurteil des OLG Koblenz aus dem Juni 2026. Das Gericht hatte in einem aktuellen Fall entschieden, dass die Planung, Installation, Inbetriebnahme und Wartung von Photovoltaikanlagen eine Eintragung in die Handwerksrolle erfordern und durch zulassungspflichtige Gewerke ausgeführt werden müssen.
Eine gewerkeübergreifende Zusammenarbeit ist bei der Installation von PV-Anlagen besonders wichtig. Aus diesem Grund haben Jonathan und Daniel Boger vor zwei Jahren die Boger Bedachungen GmbH und die Zenrise GmbH gegründet. Sie können dadurch nicht nur alle Arbeiten rund um das Dach, sondern auch die Planung, Installation, Wartung und den Anschluss von PV-Anlagen anbieten. Mehr über die Gründungsgeschichte der Boger Bedachungen und der Zenrise GmbH lesen Sie in unserem Unternehmensporträt.
Die neue Fachmesse Gedatec, die im Oktober 2026 erstmals in Berlin stattfindet, setzt ebenfalls auf einen gewerkeübergreifenden Ansatz. Sie richtet sich an das Elektrotechniker-, SHK- und Dachdeckerhandwerk und stellt Themen wie erneuerbare Energien, Gebäudeautomation und Digitalisierung in den Fokus. Mehr zur Messe erfahren Sie auf hier.
Eine gute Möglichkeit, um Photovoltaikanlagen in Bestandsdächer einzubauen, ist die Verwendung von Solar-Trägerpfannen, die passend zum jeweiligen Eindeckungsmaterial angefertigt werden. Wie der Einbau einer Photovoltaikanlage mit Solar-Trägerpfannen auf dem Dach der Akademie am Meer auf Sylt gelang, lesen Sie in diesem Artikel.
Frohes Schaffen wünscht
Stephan Thomas / Chefredaktion der dach+holzbau
