Dächer decken mit Solardachziegeln

Solardachschindeln stehen in verschiedenen Formen und Formaten zur Verfügung

Mit Photovoltaiksystemen lassen sich Dachflächen im Bestand und Neubau zur Energieerzeugung nutzen, was auch politisch immer mehr gefordert wird. Die Solardachschindeln von Solteq lassen sich als PV-Elemente unauffällig ins Dach integrieren und ähnlich wie Tondachziegel oder Betondachsteine verlegen.

Als Beitrag zum Klimaschutz streben derzeit einige Bundesländer eine Photovoltaik-Pflicht auf deutschen Dächern an. Neben Hamburg, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg plant auch Berlin eine Solardach-Pflicht bei Neubauten und Dachsanierungen ab dem 1.1.2023. In anderen Bundesländern ist die Solardachpflicht noch in der Diskussion. Neben Aufdachanlagen liegen dabei Indach-Lösungen im Trend, die sich harmonisch in die Dachlandschaft einfügen. Das Angebotsspektrum reicht dabei von Indach-Anlagen mit Photovoltaikmodulen bis hin zu kleinformatigen Solardachlösungen.

„Das Dach der Zukunft muss Energie erzeugen“

Der Hersteller Solteq aus Oberlangen bietet ein Photovoltaiksystem aus Solardachziegeln für Steildächer an, dass nicht nur Strom, sondern auch Wärme erzeugt. „Das Dach der Zukunft muss Energie erzeugen, und zwar mit einer PV-Lösung, die der Dachdecker verarbeiten kann und will“, sagt Berkay Bayer, Geschäftsführer der Firma Solteq, „dafür braucht es ein Produkt, das den Ansprüchen einer handwerklichen Dachdeckung und den ästhetischen Ansprüchen von Bauherren, Architekten und Dachhandwerkern genügt.“ Zudem sollte die Dachdeckung ohne zusätzliche Risiken vom Dachdecker zu verlegen sein. „Wir haben hierzu eine zukunftsweisende Lösung für das Dachdeckerhandwerk entwickelt“, sagt Bayer.

Aktive und passive Solardachschindeln

Die sogenannten Solardachschindeln von Solteq sind als direkte Dacheindeckung entwickelt. Es gibt aktive Schindeln mit integrierten Solarzellen und passive Schindeln ohne Zellen, etwa für die Nordseite des Daches oder für verschattete Flächen. So entsteht mit den Solardachziegeln und den passiven Elementen eine vollständige Dacheindeckung. Die technische Produktentwicklung der Solardachschindeln war nach Angaben des Herstellers streng an den Anforderungen der Fachregeln des deutschen Dachdeckerhandwerks orientiert. Der ­Vertrieb der Solardachschindeln erfolgt über den Dachbaustoffhandel und allgemeinen Baustoffhandel. Aufgrund einer großen Nachfrage nach den Solardachschindeln werden derzeit weitere Händler gesucht, teilt Firmenchef Berkay Bayer mit.

Dacheindeckung mit skalierbarem Solaranteil

Verlegt werden die Solardachschindeln wie Tondachziegel, die Verlegung erfolgt laut Hersteller auf einer 40 x 60 mm oder 28 x 58 mm Lattung, je nach Variante. Die Solarschindeln sind in verschiedenen Formaten und Formen erhältlich und eignen sich für verschiedene Deckarten: von der Rechteck-Deckung über die französische Spitzwinkeldeckung bis hin zur Altdeutschen Deckung für den Denkmalschutzbereich. Die Solardachschindeln von Solteq lassen sich mit herkömmlichen Dachziegeln und Dachsteinen kombinieren. Bauherren kann damit eine Dacheindeckung mit einem skalierbarem und gegebenenfalls nur einem kleinen Solaranteil angeboten werden. Die Solteq-Solarschindeln werden in Deutschland hergestellt: Im Werk in Oberlangen (Emsland) investiert Solteq aktuell in neue, robotergesteuerte Produktionslinien, um den Markt schneller bedienen zu können.

Strom und Wärme vom Hausdach

Das Solteq-Solardach integriert aber nicht nur die Stromgewinnung fast unsichtbar in die Dachhaut, sondern nutzt zusätzlich die gesamte Dachfläche für ein Heizungssystem. Dabei wird die warme Luft unter den hinterlüfteten Solardachziegeln über den First abgesaugt und einer Luft-Wasser-Wärmepumpe zugeführt. Mit der bereits vorgewärmten Eingangsluft wird der COP der Wärmepumpe um den Faktor 3-4 erhöht, ihre Effizienz also verbessert. Das Solteq-Heizungssystem arbeitet vollkommen autark und netzunabhängig. Der dafür benötigte Strom wird tagsüber direkt von der Photovoltaik-Funktion des Daches erzeugt. Für die Abend- und Nachtstunden wird ein Stromspeicher genutzt. Auch bei -28 °C soll der Wärmebedarf des Hauses für Heizung und Warmwasser komplett vom Dach geliefert werden, verspricht der Hersteller.

Mehr Informationen zu den Solteq-Produkten finden Sie unter www.solardachziegel-solteq.com .

Autor

Stephan Thomas ist verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift dach+holzbau.

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