Sporthallendach wird Schulhof

Beim Neu- und Erweiterungsbau des Gymnasiums Oberursel gab es aufgrund der innerstädtischen Lage und des begrenzten Platzangebotes einige planerische Probleme zu lösen. Das Thema Flächendränage wurde dagegen sehr einfach und wirtschaftlich durch den Einsatz einer Spezialnoppenbahn gemeistert.

Zum 100. Geburtstag erhielt das Gymnasium in Oberursel ein ganz besonderes Geschenk: Im Rahmen des Konjunkturpaketes II investierte der Hochtaunus-kreis rund 60 Millionen Euro in den Ausbau des traditionsreichen „GO“ (steht für Gymnasium Oberursel), um damit mehr Platz und bessere Lehr- und Lern­bedingungen für die rund 1600 Schüler und 130 Lehrkräfte zu schaffen. Dafür sollte das bereits beste­hende Schulgebäude durch mehrere Neu- und Erweiterungsbauten für Klassen- und Fachräume, Ganztageseinrichtungen, eine Aula/Mensa, eine Tiefgarage und eine neue Dreifeldturnhalle ergänzt werden – ein riesiges Bauvolumen, für das auf dem bestehenden Grundstück eigentlich gar kein Platz mehr vorhanden war. Die Planer sahen deshalb vor, die neue Sporthalle ganz einfach unter der Erde verschwinden zu lassen. Das Dach wird damit Teil des geschützten Schulhofes und zum neuen Herzstück des Gebäudeensembles. Von hier aus sind alle Klassen- und Fachräume und auch das Foyer der neuen Aula  erreichbar. Oberlichter aus rutschfestem Glas, die begangen und auch als Sitze genutzt werden können, leiten das Tageslicht in die unterirdische Halle. In den Abendstunden sorgt das Licht in der Halle im Gegenzug für eine ansprechende Beleuchtung des Pausenhofes.

Leistungsfähige Flächendränage

Da auf der größtenteils gepflasterten Freifläche aber viel Niederschlags- und Oberflächenwasser anfällt, war eine hoch leistungsfähige Flächendränage dringend erforderlich. Um das anfallende Wasser rasch und sicher abzuleiten und Staunässe im Belagsaufbau zu verhindern, kam die Spezialnoppenbahn Delta-Terraxx von Dörken zum Einsatz. Die zweilagige Sandwichbahn bietet für diesen Einsatzzweck bei nur wenigen Zentimetern Aufbauhöhe eine besonders hohe Dränagekapazität, die – bei geringer statischer Belastung – deutlich über der eines klassischen Kies- oder Splittbettes liegt. Als Schutz- und Trennschicht besonders wirtschaftlich von der Rolle auf der Abdichtung verlegt, bietet sie einen hohen Schutz gegen mechanische Belastungen. Die dauerhafte Filterstabilität der Dränschicht und die hohe Druckbelastbarkeit des Materials von 400 kN/m² ermöglichen dabei eine sichere und langlebige Schutz- und Dränwirkung. Als besonderer Vorteil erwiesen sich auch bei diesem Projekt die kurzen Verlegezeiten. Die rund 2500 m² waren in kurzer Zeit vollständig ausgerollt. Die durchgängige Verklebung mit Hilfe des integrierten Selbstkleberandes vereinfachte dabei das Handling und verhinderte, dass sich die einzelnen Bahnen gegeneinander verschoben und dass sie mit Material-partikeln der später aufgebrachten Kiesschüttung unterwandert wurden. Durch die glatte Rückseite der Spezialnoppenbahn wurde eine gleichmäßige und vollflächige Lastverteilung auf der Abdichtung erreicht.

Ausgleichsflächen auf den Flachdächern

Um die versiegelten Flächen auszugleichen und das Mikroklima zu verbessern, wurden die Flachdächer der Erweiterungsbauten extensiv begrünt. Dabei wurde eine leistungsfähige Flächendränage verlegt, um anfallendes Niederschlagswasser an der Oberfläche und in der Abdichtungsebene sicher abzuleiten und die begrünten Flächen vor pflanzenschädigender Staunässe zu schützen. Das gesammelte überschüssige Regenwasser wird dabei nicht einfach in die Kanalisation geleitet, sondern in das Brauchwassersystem der Schule eingespeist und zur Toilettenspülung und zur Bewässerung der Außenanlagen genutzt.

Autor

Michael Mertens ist Produktmanager bei der Dörken GmbH & Co. KG in Herdecke.

Die Noppenbahn mit hoher Dränageleistung leitet anfallendes Wasser schnell und sicher ab

Bautafel (Auswahl)

Objekt Gymnasium Oberursel

Planer v-architekten GmbH, Köln, RMP Stefan Lenzen, Landschaftsarchitekten, Bonn

Ausführender Betrieb Gramenz GmbH,

Wiesbaden

Anwendungstechnische Beratung Karin Buschauer-Lippmann, Dörken GmbH & Co. KG, Herdecke

Material Delta-Terraxx

Ausführungszeitraum März 2012

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