Heco-Software berechnet den Schraubenbedarf für neuen Dachstuhl in Weinstadt-Schnait

Eines der ältesten Häuser in Weinstadt-Schnait hat ein komplett neues Dach erhalten. Die Art und Anzahl der Schrauben für das neue Dach wurde mit einer Schraubensoftware berechnet. Für Zimmerermeister Tobias Herbrich war das eine neue Erfahrung und eine zusätzliche Absicherung.

Mehrere Jahre stand das über 500 Jahre alte Haus im Weinstädter Stadtteil Schnait leer, bevor Samuel Herbrich es kaufte und so vor dem Abriss bewahrte: „Da ich oft in der Bauleiterfunktion war, weiß ich, wie man alte Gebäude saniert“, sagt Herbrich. Zügig machte sich der neue Besitzer ans Werk und renovierte ein Zimmer nach dem anderen mit dem Ziel, zeitnah eine fünfköpfige Wohngemeinschaft darin unterzubringen. Nun ist das alte Haus wieder zu neuem Leben erwacht. Es ist modern und urig zugleich, inklusive Heimkino und Partykeller.

Der Altbestand musste weichen

Nach der Renovierung des Hausinneren stand die Sanierung des Daches an. Eine sorgfältige Prüfung des Gebälks ergab, dass es mit einer Ertüchtigung der Balken nicht getan war. Die Zeit hatte ihre Spuren hinterlassen: Brandspuren, Wasserschäden, undichte Kehlbleche, morsche Giebelwände und Sparren kamen zum Vorschein. Einzelne Balkenteile waren bereits notdürftig ausgebessert, sie waren allerdings stumpf auf die alten Sparren aufgesetzt und seitlich mit Brettern vernagelt. So entstanden Verbindungen, die die heutigen statischen Anforderungen nicht mehr erfüllen. Wie bei alten Gebäuden üblich, fehlte dem Dach die Firstpfette. So hatte es sich auf einer Länge von zwölf Metern um 60 cm abgesenkt und in der Waagerechten mehrfach verschoben. Fazit des Bauherrn: Der Dachstuhl musste komplett erneuert werden. Da das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht, konnte er die alten Balken und Sparren problemlos ersetzen.

Wohnen ohne Dach

Bei der Planung und Umsetzung der Dachgeschoss-Sanierung erhielt Samuel Herbrich tatkräftige Unterstützung von seinem Bruder, dem Zimmerermeister Tobias Herbrich. Der arbeitet bei der Baukunst Philipphaus GmbH in Untermünkheim. Begonnen wurde mit dem Abriss des alten Gebälks im September 2016. Dass die Hausbewohner vorübergehend ohne Dach über dem Kopf leben mussten, störte sie nicht. Es war aber im Interesse des Bauleiters, der selbst Teil der Wohngemeinschaft ist, das Haus so schnell wie möglich gegen Wind und Wetter abzudichten. Das erforderte eine zeitsparende Montage der Dachkonstruktion.

Montagepunkte und Lastabtragung berechnet

Zimmerer Tobias Herbrich besprach seine Schraubenwahl mit Experten des Schraubenherstellers Heco. Dort fragte der Anwendungsberater Sebastian Müßigmann die einzelnen Anwendungen ab und ermittelte daraufhin mit Hilfe der Heco-Bemessungssoftware „HCS“ die Art und Anzahl der passenden Schrauben. „Der Vorteil liegt darin, dass man durch die Software viele Schrauben und damit Kosten sparen kann“, sagt Müßigmann. Die Software berechnet die erforderlichen Montagepunkte und die Lastabtragung des Daches unter Einbeziehung von Wind und Schnee. „Ohne diese gezielte Berechnung kommt es häufig vor, dass Zimmerer einen viel höheren Befestigungsaufwand betreiben als nötig“, erklärt Müßigmann. Darüber hinaus bekommt der Handwerker mit den Bemessungsunterlagen von Heco den erforderlichen statischen Nachweis der Verbindungsmittel mitgeliefert. „Für jemanden, der gewohnt ist als Zimmermann zu arbeiten, ist es eigentlich klar, wie viele Schrauben man für den Bau eines Dachstuhls braucht. Mit einer Schraubensoftware sichert man sich aber zusätzlich ab, was die Normen angeht“, sagt Zimmerermeister Tobias Herbrich.

Wohnen mit Aussicht

Um möglichst viel Wohnraum zu schaffen, erhielt das 186 m² große Dach, bestehend aus Haupt- und ­Querbau, drei Gauben. Große Dachfenster sorgen für lichtdurchflutete Räume, die den Blick auf die na­­hegelegenen Weinberge freigeben. Die flexible Dachgestaltung benötigte anstelle eines Sparren- ein Pfettendach, das durch drei Auflager an First- und Mittelpfetten gestützt wird. Oberhalb der Flachdachgauben nehmen Wechsel die Last der Sparren auf und leiten sie ab. Diese Konstruktion erfordert eine Vielzahl von Montagepunkten, ebenso wie die Befestigung von Schiftern am Kehlsparren. Die Herbrich-Brüder nahmen hierfür Schrauben aus der „Heco-Topix“-Familie, deren Verwendung in der Europäisch Technischen Bewertung ETA-11/0284 geregelt ist.

Schifter sehr flach angesetzt

Eine schlanke Baukonstruktion, die zugleich hohe Lasten abtragen muss, entstand bei den Schiftern im Querbau. Sie setzen zum Teil sehr flach am Kehlsparren an. Zur Befestigung empfahl Heco-Experte Sebastian Müßigmann die Doppelgewindeschraube „Heco-Topix-CombiConnect“ in den Maßen 8,5 x 190 mm und 8,5 x 270 mm. Die axiale Lastübertragung erfolgt über das Gewinde, was im Vergleich zu herkömmlichen Teilgewindeschrauben höhere Zuglasten erlaubt und die Übertragung von Drucklasten ermöglicht. Für die Sparrenbefestigung an den Pfetten und Schwellen wünschte sich der Zimmerermeister Tellerkopfschrauben und entschied sich für die „Heco-Topix“ in den Maßen 8 x 260 mm. Durch die hohe Gewindesteigung dreht sich die Schraube schnell ins Holz ein. Die Schraubenspitze mit Fräsrippen reduziert die Spaltwirkung.

Schrauben sichern gegen Schubkräfte

Damit die Räume im Dachgeschoss bestmöglich vom Lärm der Hauptstraße abgeschirmt und vor sommerlicher Hitze geschützt sind, entschieden sich Bauherr und Zimmerer für eine Aufsparrendämmung, 60 mm dicke Holzweichfaserplatten mit Nut- und Federprofil kamen dafür zum Einsatz. Um den neuen Dachaufbau dauerhaft gegenüber Sog-, Schub- und Drucklasten abzusichern, musste er über die mehrfach verschraubte Konterlattung fixiert werden. Die Heco-„Topix“ Senkkopfschraube in der Abmessung 8 x 160 mm verhindert, dass Windsogkräfte das Dämmmaterial abheben. Die Teilgewindeschraube wird durch die Konterlattung und den druckfesten Dämmstoff in den darunterliegenden Sparren eingedreht. Eine zweite Schraube in der Abmessung 8 x 180 mm wurde im Winkel von 60 Grad eingedreht und sichert den Dachaufbau gegen Schubkräfte. Schublasten aus Schnee, Dachziegel, Lattung und Dämmstoff werden selbst auf dem um 50 Grad geneigten Dach abgetragen. Damit die Schraube auch im richtigen Winkel positioniert wurde, nutzte der Zimmerer die von Heco mitgelieferte Einschraubhilfe. „Ich habe die Einschraubhilfe für dieses Projekt ausprobiert. Aber sie ist eher etwas für Lehrlinge, die die Einschraubwinkel noch nicht so gut kennen“, sagt Tobias Herbrich.

Nach dem Dach kommt die Scheune

Bauleiter Samuel Herbrich freut sich, dass der Neubau des Dachstuhls und die Aufsparrendämmung zügig durchgeführt werden konnten. Mit der Sanierung gewann er nicht nur zusätzlichen Wohnraum, er kann sich auch sicher sein, dass sein Haus die statischen Anforderungen bis unters Dach erfüllt. „So kann das Haus noch viele weitere Jahre Geschichte schreiben und uns und nachfolgenden Generationen ein Zuhause zum Wohlfühlen bieten“, sagt Samuel Herbrich zufrieden. Abgeschlossen ist die Renovierung des Hauses für ihn damit jedoch noch nicht. Schließlich gibt es da noch die an das Wohnhaus angrenzende Scheune, die zu weiteren Umbaumaßnahmen einlädt.

Autorin


Mirjam Seibold ist PR-Beraterin bei der Agentur Ansel & Möllers in Stuttgart und betreut das Unternehmen Heco bei der Pressearbeit.

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