Berlins erster Supermarkt in Holzbauweise mit Dachfarm eröffnet

Mit dem neuen „Rewe Green Farming Markt“ zieht Landwirtschaft mitten in die Hauptstadt. Über einer hölzernen Markthalle entstand mit 2760 m² Deutschlands größte Dachfarm. Die dach+holzbau berichtete in Ausgabe 7/2025 über den Bau und das Richtfest des Supermarktes, der nun in Berlin-Lankwitz eröffnet wurde.

Vom „Green Building“ zu „Green Farming“

In Berlin entstand mit 2760 m² über einer hölzernen Markthalle Deutschlands größte Dachfarm
Foto: Christoph Große

In Berlin entstand mit 2760 m² über einer hölzernen Markthalle Deutschlands größte Dachfarm
Foto: Christoph Große
Aus einem Pilotmarkt in Wiesbaden entwickelten Rewe und das verantwortliche Architekturbüro ACME den Prototypen für die neue Generation der „Green Buildings“. Von Berlin aus geht der neue Bautyp mit variabler Dachnutzung in Serie. Auch in der Planung geht der Dachfarm-Markt neue Wege: Der „Rewe Green Farming“ in Berlin ist der erste Markt des Lebensmittelhändlers, der vollständig mithilfe der BIM-Methode geplant wurde. Dabei entsteht das Gebäude bereits vor dem ersten Spatenstich als digitaler Zwilling. „Statt wie bisher zweidimensional zu planen, arbeiten wir erstmals dreidimensional, datengetrieben und vor allem kollaborativ“, erklärt Thomas van der Broeck, Head of Digital Construction & Processes bei der Rewe Group. „Potenzielle Probleme lassen sich bereits im digitalen Modell erkennen und lösen – noch bevor sie auf der Baustelle entstehen.“

Im neuen Rewe-Supermarkt in Berlin-Lankwitz braucht der Pflücksalat vom Dach bis ins Regal nur 23 Tage. In dieser kurzen Zeit durchlaufen die Pflanzen in der gläsernen Dachfarm einen automatisierten Anbauprozess – nahezu ohne Erde. Nach der täglichen Ernte wird der Salat im Markt verarbeitet, verpackt und für den Verkauf oder den Transport vorbereitet. Dabei wachsen jährlich bis zu 900 000 Salatmischungen in der Dachfarm. Rewe beliefert damit rund 500 Supermärkte in der Hauptstadtregion. Im Vergleich zu Importware aus Südeuropa können dadurch jährlich rund 500 000 Fahrkilometer eingespart werden.

Ein Herzstück aus Holz

72 Säulen aus gestapelten Holzbalken prägen den Charakter der Rewe-Markthalle
Foto: Christoph Große

72 Säulen aus gestapelten Holzbalken prägen den Charakter der Rewe-Markthalle
Foto: Christoph Große
Auf dem Dach zieht die gläserne Salatfarm die Aufmerksamkeit auf sich – im Inneren ist es die ungewöhnliche Holzkonstruktion: 72 Säulen aus gestapelten Balken formen die luftige Markthalle. Die Konstruktion verschwindet nicht hinter einer Verkleidung, sondern bleibt sichtbar und prägt den Charakter der Markthalle. Mit der modularen ­Holzbauweise mit Schraubverbindungen konnte auf Leimverbindungen verzichtet werden.

Ein rundum grünes Konzept

Die Parkplätze des Supermarktes sind mit versickerungsfähigem Pflaster ausgestattet
Foto: Christoph Große

Die Parkplätze des Supermarktes sind mit versickerungsfähigem Pflaster ausgestattet
Foto: Christoph Große
Der neue Rewe-Supermarkt wird vollständig mit Grünstrom betrieben, LED-Beleuchtung, verglaste Kühlregale und eine intelligente Temperatursteuerung reduzieren den Energieverbrauch um rund 50 Prozent. Einen Teil des Strombedarfs decken 200 Solarmodule auf dem Dach. Auskragende Dachüberstände reduzieren den Kühlbedarf, eine Wärmepumpe sorgt für optimale Temperaturen in der Dachfarm. Die ­Parkplätze des Supermarktes sind mit versickerungsfähigem Pflaster ausgestattet, außerdem stehen für Kundinnen und Kunden vier E-Ladesäulen und Stellplätze für Fahrräder und Lastenräder vor dem Markt bereit.

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