Alte Schule mit neuer Nutzung

Quartier der Generationen in Meinerzhagen

Eine alte Hauptschule in Meinerzhagen wurde durch eine Sanierung zum „Quartier der Generationen“. Dabei fanden ein Altenwohnheim, ein Kindergarten und neue Mietwohnungen Platz in den Gebäudetrakten der ehemaligen Schule. Die Wohnungen sind teilweise öffentlich gefördert und barrierefrei. Drei Investoren nahmen sich dem Umbau der Schule an: Dachdeckermeister Rolf Lutz, Dachdeckermeister Mike Sternkopf und Claudius Hasenau, Chef der Ambulanten Pflededienste Gelsenkirchen GmbH. Das Investitionsvolumen betrug dabei 18 Mio. Euro.

Steiles Mansarddach statt Satteldach

Das ursprüngliche Satteldach der alten Schule wurde komplett abgerissen und bei gleicher Firsthöhe zu einer Steil-Mansarde mit Flachdach umgestaltet. Die neue Solaranlage auf dem Flachdach leistet 198 kWp. Ein Blockheizkraftwerk mit 20 kW/Std. ergänzt die Energiezufuhr. Die 7500 m² umfassende  Fassade der Gebäude wurde von den Handwerkern der Rolf Lutz GmbH mit Schiefer und Biberschwanzziegeln eingedeckt. Die Ziegel sind grau glasiert, der rechteckige Schiefer von Rathscheck Schiefer ist in vier Gebindehöhen zu einer Dynamischen Deckung gestaltet. Um die Forderungen des KfW-Hauses 55 zu erfüllen, darf der Energieverbrauch der gewählten Konstruktionen maximal 55 Prozent des von der Energieeinsparverordnung geforderten Wertes erreichen. Die dicken Ziegelwände der ehemaligen Schule wurden mit 14 + 12 cm Mineralwolle (WLS 031) gedämmt. Darauf folgten eine Windsperre, Lattung und Konterlattung. Für den Schiefer wurde statt einer Konterlattung eine Schalung verlegt.

Bei dem Projekt entschieden sich die Investoren bewusst gegen eine klassische, verputzte WDVS-Fassade. „Spätestens nach 10 Jahren sind WDVS-Fassaden schmutzig oder setzten Grünspan an“, sagt Dachdeckermeister Rolf Lutz. Die Lösung mit Schiefer und Biberschwanzziegeln sei zwar anspruchsvoller, man müsse aber im Gegenzug die Fassade nicht alle zehn Jahre streichen, begründet Rolf Lutz die Wahl der Fassadenmaterialien.

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