Vier Wege zum Entwässern

Balkone und Dachterrassen sind nach wie vor beliebt. Dachterrassen haben aber hohe Anforderungen an die Entwässerung. Besonders bei Staffelgeschossen, bei denen unterhalb des Daches noch eine Dachterrasse liegt. Wir zeigen ein System, das Dachterrassen und Dächer auf vier Wegen entwässert.

Die Dachterrasse ist eine Terrasse über einem bewohnten Raum. Das ist für den Feuchtigkeitsschutz, Wärmeschutz und Schallschutz von entscheidender Bedeutung. Daher muss das Wasser vom Dach kontrolliert und sicher über die Dachterrasse geführt werden, ohne diese zu fluten. Ein geschlossenes Rohrsystem bietet gegenüber offenen Stichkanälen erhöhte Sicherheit. Jede Staffelgeschossentwässerung muss daher besonderen Ansprüchen gerecht werden.

Vier Fließwege

Eine Staffelgeschossentwässerung als Attikaentwässerung soll optisch so unauffällig wie möglich an der Fassade des Gebäudes verbaut sein. Trotzdem müssen die Hauptentwässerung und Notentwässerung von Dach und Dachterrasse verwirklicht werden. Das führt dazu, dass vier separate Fließwege eingeplant werden müssen. Vom Dach in die Grundleitung, vom Dach ins Freie, von der Dachterrasse in die Grundleitung und von der Dachterrasse ins Freie.

Waagerecht über die Dachterrasse

Damit die Entwässerung des Daches nicht auf die Dachterrasse erfolgt, wird sie unterhalb des Belages der Dachterrasse durch Rohre über das Vollgeschoss geführt. Die „Schnelligkeit“ – also ein hoher Abfluss bei geringer Wasserhöhe – ist bei der Staffelgeschossentwässerung ein wichtiger Aspekt. Denn die Höhe des Belages der Dachterrasse lässt nur eine bestimmte Wasserhöhe zu.

Nur eine sichtbare Fallleitung

Als vorgefertigtes Dachentwässerungssystem mit gemessenem Leistungsnachweis bietet die „Loro-X Quattroflux“-Staffelgeschossentwässerung Sicherheit beim Planen und Verlegen mit nur einer sichtbaren Fallleitung anstatt vier. Die Staffelgeschossentwässerung erfolgt über die Hauptentwässerung und Notentwässerung der zwei „Duoflux“ Haupt-Not-Kombi Attikaentwässerungen. Im Haupt-Not-Kombi Attikaablauf der Dachterrasse dient ein Rohr dem Fließweg der Hauptentwässerung und ein zweites Rohr dem Fließweg der Notentwässerung – wie auch im Haupt-Not-Kombi-Attikaablauf des Daches (siehe Grafik rechts unten).

Drückende Freispiegelströmung mit Überdruck

Bei der Entwässerung des Daches entsteht in der Fallleitung zwischen Dach und Dachterrasse eine Wassersäule mit Überdruck. Diese „drückt“ das Wasser, gegen den Reibungswiderstand der beiden waagerecht liegenden DN 50 Rohre, ohne Gefälle und ohne störende Sauggeräusche über die Dachterrasse. Die beiden waagerechten Rohre weisen einen kleinen Durchmesser von DN 50 auf, sodass eine geringe Aufbauhöhe des Dachterrassenbelages möglich ist. Verlegt werden die zwei liegenden, druckfesten Rohre in DN 50 mit der „Loro-X“-Steckmuffenverbindung.

Notentwässerung und Rückstausicherung

Die Notentwässerung von Dach und Dachterrasse erfolgt durch den „Loro-X Quattroflux“-Sammelkasten als Speier ins Freie. Bei Rückstau aus der Grundleitung sichert der Hochleistungs-Sicherheitsüberlauf (HSÜ) im Regenstandrohr der Hauptentwässerung die Rückstausicherung ins Freie (siehe Grafik links unten). Die „Loro-X“-Staffelgeschossentwässerung vereint Haupt- und Notentwässerung in einem System. Nur eine Fallleitung ist von außen sichtbar. Diese kann zudem hinter dem Gebäude liegen.

Autor
Dipl.-Ök. Carlo Vahlbrauk ist Geschäftsführer der Lorowerk K.H. Vahlbrauk GmbH & Co. KG in Bad Gandersheim.
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