Druckstabile Dämmung trägt zusätzliche Lasten

Schulzentrum erhält Gründach und Photovoltaikanlage

Im rheinischen Niederkassel erhielten die neue Sporthalle sowie die Mensa eines Schulzentrums ein Gründach mit PV-Anlage. Für den Brand- und Wärmeschutz wurde ein Dachaufbau aus mehreren Lagen Steinwolldämmplatten gewählt, die druckstabil genug sind, um zusätzliches Gewicht aufzunehmen.

Die Dächer der neuen Sport- und Mehrzweckhalle sowie der Mensa des Schulzentrums Nord im rheinischen Niederkassel-Lülsdorf wurden begrünt und mit großen PV-Anlagen ausgerüstet. Beide Gebäude erhielten dabei unterschiedliche Dachkonstruktionen: Über dem Spielfeld der Sport- und Mehrzweckhalle wurde aus akustischen Gründen eine Tragschale aus gelochten Trapezprofilen gewählt, der Umkleidebereich erhielt eine Betondecke. In der Mensa wurde die Speisesaaldecke ebenfalls mit einer Stahltrapezprofiltragschale ausgeführt, während die umliegenden Bereiche mit einer Betontragschale versehen wurden. Auf allen Dächern kam ein verklebter Dachaufbau mit einer 2-lagigen bituminösen Abdichtung zum Einsatz.

Druckstabiler Untergrund für Dachbegrünung

Für das Schulzentrum Nord in Niederkassel-Lülsdorf wurde ein Gebäude mit Klassenzimmern, eine Dreifach-Sporthalle und eine Mensa errichtet. Die Fertigstellung des Projektes ist für den Beginn des Schuljahres 2026/2027 geplant
Foto: Rockwool

Für das Schulzentrum Nord in Niederkassel-Lülsdorf wurde ein Gebäude mit Klassenzimmern, eine Dreifach-Sporthalle und eine Mensa errichtet. Die Fertigstellung des Projektes ist für den Beginn des Schuljahres 2026/2027 geplant
Foto: Rockwool
Rund 2500 m2 groß ist das Gefälledach über der Mehrzweckhalle, weitere 1550 m2 umfasst das Dach über der Mensa – viel Platz für PV-Module. Diese werden mit einer extensiven Dachbegrünung kombiniert, für die eine Granulatschicht mit 100 mm Dicke auf der Abdichtung ausgebracht wurde. Für Brand- und Wärmeschutz sorgt eine mehrlagige, bis zu 420 mm dicke Steinwolldämmung auf dem Stahlleichtdach mit gelochten Trapezprofilen. Als oberste Dämmstofflage wählte die Wierig GmbH Dach und Fassade aus Siegburg die „Solarrock“ von Rockwool, eine hoch druckstabile Platte mit einer 4 mm dicken, glasfaserverstärkten Zementbeschichtung, die für den Einsatz unter PV-Anlagen, Begrünungen, Wartungs-, Geh- und Fluchtwegen sowie für Dachflächen rund um haustechnische Anlagen ausgelegt ist.

1. Schicht: Wärmedämmung

Steinwolle schützt vor der Verbreitung eines Brandes. Auf der Dampfsperrbahn wurde die Wärmedämmung „Hardrock 038“ verklebt
Foto: Deutsche Rockwool GmbH & Co. KG

Steinwolle schützt vor der Verbreitung eines Brandes. Auf der Dampfsperrbahn wurde die Wärmedämmung „Hardrock 038“ verklebt
Foto: Deutsche Rockwool GmbH & Co. KG
Zunächst wurde auf der Dampfsperrbahn über den Trapezprofilen eine Lage der Dämmplatten „Hardrock 038“ verlegt. Die Platten in einer Dicke von 100 mm bzw. als Stufendämmung von 120 mm wurden dabei mit dem streifenweise aufgebrachten PU-Dämmstoffkleber „Rockpur Fix“ direkt auf der Dampfsperrbahn „Bauder Tec KSD FBS“ verklebt. Die „Hardrock 038“ ist eine hoch wärmedämmende Steinwolldachdämmplatte mit einer Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,038 W/mK. Aufgrund ihrer verdichteten, lastverteilenden Oberlage bietet sie eine verbesserte Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beanspruchungen und kann so zum Beispiel von Dachdeckern problemlos begangen werden.

2. Schicht: Entwässerungsgefälle

Auf der „Hardrock 038“ wurde das vorgeschriebene Gefälle mithilfe der Gefälledämmplatte „Georock 038“ erzeugt
Foto: Deutsche Rockwool GmbH & Co. KG

Auf der „Hardrock 038“ wurde das vorgeschriebene Gefälle mithilfe der Gefälledämmplatte „Georock 038“ erzeugt
Foto: Deutsche Rockwool GmbH & Co. KG
Darüber erstellten die Dachdecker gemäß dem von Rockwool mitgelieferten Gefälledachplan das vorgeschriebene Gefälle zu den Entwässerungspunkten mit Hilfe der druckbelastbaren und wärmedämmenden Gefälledämmplatte „Georock 038“ und der Kehlgefälleplatte „Keprock“. Die einzelnen, zwischen 40 mm und 160 mm dicken Platten sind werkseitig mit 2 Prozent Standardgefälle ausgestattet und auf Anfrage auch mit 1 und 3 Prozent Gefälle erhältlich.

3. Schicht: Nutzschicht

Auf die Gefälledämmung folgte die Dachdämmplatte  „Solarrock“ mit einer glasfaserverstärkten Zementbeschichtung
Foto: Deutsche Rockwool GmbH & Co. KG

Auf die Gefälledämmung folgte die Dachdämmplatte  „Solarrock“ mit einer glasfaserverstärkten Zementbeschichtung
Foto: Deutsche Rockwool GmbH & Co. KG
Als dritte Dämmlage und Nutzschicht wurden in Niederkassel „Solarrock“-Dämmplatten in einer Dicke von 100 mm mit „Rockpur Fix“ direkt auf die Gefälledämmung „Georock 038“ geklebt. Mit ihrer glasfaserverstärkten, lastverteilenden Zementbeschichtung eignen sich „Solarrock“-Dämmplatten gut für höher belastete Flachdächer. Sie verfügen über eine Druckspannung ≥ 80 kPa und eine Zugfestigkeit (Abreißfestigkeit) ≥ 15 kPa sowie eine Punktlast von ≥ 1800 N. Die maximal zulässige Flächenpressung durch Dauerlasten wird mit 600 kg/m² angegeben. Die Punktlasten der Tragkonstruktionen von PV-Anlagen werden von der Dämmung „Solarrock“ gleichmäßig verteilt und sicher abgetragen.

Die PV-Module sind durch Ballastierungen auf ihren Stützrahmen gesichert. Eine übliche Maßnahme, die allerdings das Gesamtgewicht sowie die dynamische Belastung auf dem Dach erhöht
Foto: Deutsche Rockwool GmbH & Co. KG

Die PV-Module sind durch Ballastierungen auf ihren Stützrahmen gesichert. Eine übliche Maßnahme, die allerdings das Gesamtgewicht sowie die dynamische Belastung auf dem Dach erhöht
Foto: Deutsche Rockwool GmbH & Co. KG
Die Wierig GmbH Dach und Fassade verarbeitet seit Jahrzehnten regelmäßig Steinwolldämmplatten von Rockwool und realisiert Flachdächer jeder Größenordnung. „Entsprechend verarbeiten unsere Monteure die verschiedenen Dämmsysteme routiniert“, erklärt Bauleiter Sascha Franken. Die hochbelastbare Dämmung sei ideal für genutzte Dachflächen, zum Beispiel Begrünungen, PV-Anlagen oder Terrassen.

Enge Abstimmung „just in time“

Als ideal für den Bauablauf erwies sich die enge terminliche Abstimmung zwischen der Wierig GmbH und dem Dämmstoffhersteller. „Wir konnten auf der Baustelle nur begrenzt Material lagern und deshalb immer nur so viel Dämmstoff ordern, wie zeitnah verarbeitet wurde. Rockwool hat sich darauf eingestellt und uns von Anfang bis Ende zuverlässig mit den bestellten Mengen beliefert,“ erzählt Bauleiter Sascha Franken. Die Paletten, auf denen die Dämmung angeliefert wurde, ebenso wie der in großen Säcken gesammelte Steinwolle-Verschnitt wurden an der Baustelle abgeholt. „Damit sparen wir Zeit, die wir sonst für die Entsorgung bzw. den Rücktransport hätten aufwenden müssen. Gleichzeitig stellt Rockwool sicher, dass Steinwolle-Reste recycelt werden. Unternehmen und Kommunen, für die wir große Dächer erstellen, suchen solche Lösungen, um die Nachhaltigkeit ihrer Baumaßnahmen zu steigern,“ berichtet Franken.

Abholservice für Dämmung vermeidet Deponie

Die Abholung ebenso wie die Anlieferung der Steinwolle erfolgten nach Anmeldung jeweils innerhalb von maximal drei Arbeitstagen. „Ich bin überzeugt davon, dass ein Verarbeiter, der das gründlich rechnet, immer zu dem Ergebnis kommt, dass es sich auch betriebswirtschaftlich lohnt, den Abholservice in Anspruch zu nehmen,“ so Sascha Franken. „Außerdem ist es super, wenn Steinwolle und Holz einem ordentlichen Recycling bzw. einer Wiederverwendung zugeführt werden. Für eine Kommune als Auftraggeber ist das ein Schritt in die richtige Richtung, denn es wird deponiepflichtiger Abfall vermieden.“

Für das Bauvorhaben wurden objektspezifische Gefälledachpläne erstellt
Foto: ­Rockwool

Für das Bauvorhaben wurden objektspezifische Gefälledachpläne erstellt
Foto: ­Rockwool
Das Beispiel aus Niederkassel zeigt, wie ein mehrschichtiger Dachaufbau hohe Anforderungen an Brand- und Wärmeschutz mit der Mehrfachnutzung durch Begrünung und Photovoltaik kombiniert. Die druckstabile oberste Dämmlage trägt dabei sowohl die statischen Lasten der Solarmodule als auch die zusätzliche Belastung durch das Substrat der Dachbegrünung sicher ab.

Autor

Andreas Gebing ist Produktmanager Flachdach bei der Deutsche Rockwool GmbH & Co. KG.

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