Raues Holz trotz rauem Wetter

Die Rabot Tourist Cabin, eine von vielen Schutzhütten des norwegischen Wanderverbands, wurde im August 2014 fertiggestellt. Die Hütte liegt auf 1200 m Höhe in der Nähe des Gletschers des Okstindan-Gebirges. Die raue umgebende Natur prägt auch die Architektur des Gebäudes. Um den starken Winden und dem Schnee möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, wurde eine sehr einfache Form ohne vorstehende Elemente gewählt, aus der einzig die beiden Schornsteine herausragen und dabei die Silhouette der nahen Berge nachahmen.

Die nach dem französischen Gletscherforscher und Geografen Charles Rabot, der Anfang des 20. Jahrhunderts die Berge der Provinz Nordland erforschte, benannte Selbstversorgerhütte wurde aus regionalen Materialen errichtet. So besteht die Fassade aus dicken, sägerauen Holzbrettern, die mit Eisensulfat behandelt wurden, um eine graue, natürlich gealtert wirkende Optik zu erreichen.

Das gleiche Material kam auch für die Innenwände der Gemeinschaftsräume zum Einsatz. In den Schlaf- und Funktionsräume erhielten die Paneele einen weißen Anstrich, um die Räume heller wirken zu lassen.

Die Hütte verfügt über 30 Betten verteilt auf sieben Schlafräume und hat zwei separate Eingänge an den gegenüberliegenden Gebäudeseiten. Im Zentrum der Hütte liegt ein großes Halbgeschoss, das einen gemütlichen Raum für die Gemeinschaftsküche abgibt, während die beiden Gemeinschaftsräume durch die doppelte Raumhöhe und die großen Fensterflächen den Eindruck vermitteln, ganz nah in der Natur zu sein und spektakuläre Ausblicke auf die Bergkette und ins Tal ermöglichen.

Offenbar haben die Betreiber der Schutzhütte einen großen Respekt vor den umgebenden Naturgewalten, denn in etwa 50 m Entfernung wird eine kleinere Notfallhütte gebaut (Fertigstellung 2015), falls die Haupthütte zerstört werden sollte. Diese Vorsichtsmaßnahme erscheint sehr umsichtig, schließlich ist die nahe der schwedischen Grenze gelegene Hütte nur zu Fuß oder auf Skiern erreichbar.

Web-Service

www.bauhandwerk.de

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