Vom Draht zur Schraube: Zu Besuch bei Spax

Spax-Schrauben kennt jeder, ob Zimmerer, Dachdecker oder Heimwerker. Seit 1967 gibt es die Schraube, die inzwischen ein Synonym für Spanplattenschrauben geworden ist. Der Name „Spax“ steht für selbstschneidende Spanplattenschraube mit Kreuzschlitz. Kaum jemand weiß aber, woher die Schrauben kommen.

Die Spax-Schrauben kommen aus Ennepetal, das zwischen Hagen und Wuppertal im südlichen Ruhrgebiet liegt. Hier findet man die Firma Altenloh Brinck und Co., die seit 1823 Schrauben produziert. Spax International ist ein eigener Unternehmensbereich.

Die dach+holzbau-Redaktion war Mitte Mai zu einem Werksbesuch bei Spax eingeladen. Neben dem Besuch der Produktion und Möglichkeiten, Spax-Produkte selbst auszuprobieren, standen Gespräche mit Konny Reimann, TV-Bekanntheit und Markengesicht von Spax, auf dem Programm.

Blick in die Spax-Produktion

300 Mitarbeiter arbeiten im Spax-Werk in Ennepetal daran, dass 50 Mio. Schrauben pro Tag entstehen. Für die große Menge an Schrauben ist viel Draht als Rohstoff nötig, insgesamt 250-300 t liefern regionale Drahthersteller pro Woche an. Diese Menge müsste für einige Zeit reichen, könnte man denken. Tatsächlich würde das aber nur für fünf bis sechs Tage reichen, dann wäre aller Draht aufgebraucht. Der Draht ist dabei auf großen Spulen aufgerollt. Per Gabelstapler wird der Draht zu einer der hundert Pressen im Werk gefahren, dort automatisch abgewickelt und in die passende Länge geschnitten. Heraus kommen ölige, warme Schraubenrohlinge. Die Schraubenrohlinge bekommen in der Walzerei ihr Gewinde und ihre Spitze. Dafür sorgen spezielle Walzwerkzeuge, die Spax selbst herstellt.

Aus den Walzmaschinen kommt die Spax-Schraube mit Gewinde und Spitze, danach wird sie bei 920 °C im Feuer gehärtet und anschließend im Ölbad abgeschreckt. Damit die Schrauben korrosionsbeständig sind, geht es anschließend noch zur Verzinkung bei der Wirox Oberflächentechnik, etwa 50 km entfernt. Nur Edelstahlschrauben müssen nicht verzinkt werden. Die verzinkten Schrauben kommen wieder zurück ins Spax-Werk, werden hier verpackt und dann ausgeliefert.

Spax-Schrauben: die Besonderheiten

Was macht eigentlich eine Spax-Schraube aus? Die „Wirox“- und „Yellox“-Oberflächen bieten der Spanplattenschraube Korrosionsschutz, der „4Cut“ an der Schraubspitze soll ein Vorbohren überflüssig machen und die Spaltwirkung im Holz verringern. Der „Multi-Kopf“ erlaubt bündiges und sauberes Versenken im Holz. Der Kraftangriff im Schraubkopf sorgt dafür, dass die Schraube nicht mehr vom Bit abfällt, bis sie verschraubt ist, vorausgesetzt man schraubt mit dem „T-Star-plus“-Bit: Der hat einen kleinen Führungszapfen, der in eine Vertiefung im Schraubkopf greift und die Schraube so hält.

Neuigkeiten im Sortiment

Spax verkauft aber nicht nur Schrauben und Bits, sondern auch Zubehör für den Terrassenbau. Dazu gehört auch das „Spax-Tape“, das selbstklebende Abdeckband besteht aus Polyethylen und soll Holz-Unterkonstruktionen als Schutzschicht vor Regenwasser dienen.

Nasse Schraubenkartons aus Pappe, die auf der Ladefläche herumfliegen oder Schrauben-Chaos im Lager können mit der „L-Boxx“ von Spax vermieden werden. In dem Koffer sind Schrauben in unterschiedlichen Größen enthalten, der Inhalt ist in verschiedenen Varianten erhältlich. Die Koffer enthalten kleine Fächer für Schrauben, können aber auch mit Schraubkartons befüllt werden.

Die „Spax-Iso“-Dämmstoffschraube wurde für die Verarbeitung druckweicher Dämmstoffe bei der Aufsparrendämmung entwickelt. Das Fixiergewinde unter dem Schraubenkopf hält die Konterlatte fest und auf Abstand vom Dämmstoff. Das untere Gewinde wird dabei in den Dachsparren unter dem Dämmstoff verschraubt.

Konny Reimann und Spax

Der aus dem Fernsehen bekannte Auswanderer und Weltenbummler Konny Reimann ist seit zehn Jahren das Markengesicht von Spax. Der gelernte Schiffsmaschinenbauer stammt aus Hamburg, ist aber nach Texas ausgewandert und hat sich dort sein eigenes Haus gebaut. „So wie wir damals ausgewandert sind, würde ich es aber keinem empfehlen“, sagt Reimann heute, „ohne Haus, ohne Job und ohne Sicherheiten. Wichtig ist, für die Anfangszeit genügend Geld mitzunehmen, damit man keinen Kredit aufnehmen muss. Wer nach Übersee auswandern will, muss wirklich alle Zelte hinter sich abbrechen.“ Das habe er mit seiner Familie getan, so Reimann. Seinen typischen Kleidungsstil mit Cowboyhut und dazu passenden Lederstiefeln soll er übrigens schon gehabt haben, bevor er nach Amerika ausgewandert ist. Inzwischen lebt Reimann mit seiner Familie auf Hawaii. Auf dem Spax-YouTube-Kanal erklärt er unter anderem, wofür man welche Spax-Schraube benutzt oder wie eine Terrasse mit unsichtbarer Verschraubung mit Spax-Zubehör entsteht. Den YouTube-Kanal finden Sie unter www.youtube.de/SpaxInternational.

 


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