Sichere Ziegel für flach geneigte Dächer

Grundschule Bernhardswald in der Oberpfalz mit „E 58 RS“ von Erlus eingedeckt

Die Pultdächer der Grundschule Bernhardswald sollten nach ihrer Sanierung sowohl Regen als auch  Schnee und Windsog sicher standhalten. Für die Neudeckung der Dachflächen wählte man den Dachziegel „Ergoldsbacher E 58 RS“ von Erlus, der speziell für flache Dachneigungen konzipiert wurde.

Die Grundschule Bernhardswald im Landkreis Regensburg besteht aus älteren Bestandsgebäuden und einem Anbau mit mehreren Pultdächern, die unterschiedliche Höhen und Dachneigungen aufweisen. Die Nettonutzfläche der Schule beträgt rund 2800 m². „Das bestehende Gebäude der Schule stammt aus den 1980er Jahren und sollte 2020 komplett energetisch saniert werden“, erklärt der damit beauftragte Architekt Hans Michl vom Architekturbüro Huber aus Regensburg. Für die Neudeckung der Grundschuldächer empfahl der Architekt dem Bürgermeister der Gemeinde Bernhardswald den Dachziegel „E 58 RS“ in der Farbe „Rot engobiert“. Die alte Dachdeckung auf den flach geneigten Pultdächern der Schule wurde zurückgebaut, dann erhielten die Dachflächen eine Aufsparrendämmung. Der Dachstuhl und die Holzschalung des Daches blieben bestehen. Die Zimmerer- und Dachdeckungsarbeiten übernahm die Zimmerei Hans Rösl aus Walderbach. Im Zuge der Sanierung mussten außerdem alle Fenster des Bestandsgebäudes erneuert werden, die Fassade erhielt einen neuen Wärmeschutz.

Optisch gleichwertiger Ziegel

Architekt Hans Michl schrieb für die Neudeckung der Dächer den Dachziegel „E 58 RS“ von Erlus aus, weil dieser der klassischen Flachdachpfannendeckung der 80er Jahre optisch besonders ähnlich ist. Außerdem war er aufgrund seiner technischen Merkmale für die vorliegende Dachneigung von nur 17° optimal geeignet. Eine kleinere Teildachfläche der Schule hatte sogar nur eine Dachneigung von 12°. „Bei dieser Dachneigung kann nicht jeder Ziegel mit gutem Gewissen eingesetzt werden“, begründet Architekt Hans Michl die Auswahl. Der „Ergoldsbacher E 58 RS“ wurde speziell für flache Dachneigungen entwickelt. Seine Regensicherheit bis zu einer Dachneigung von 10° wurde nach dem normierten Verfahren der CEN/TR 15601 im Windkanal nachgewiesen. So bietet er bei seiner Regeldachneigung von 16° und windgepeitschtem Regen den gleichen Widerstand wie eine herkömmliche Normflachdachpfanne bei 22°. Bis zu einer Dachneigung von 10° behält der Dachziegel diese hohe Sicherheit nahezu vollständig bei.

Unterkonstruktion bleibt trocken

Die technische Form des Tondachziegels mit dreifacher Ringverfalzung erlaubt geringe Dachneigungen (zertifizierte Hersteller-Regeldachneigung: 16°). Die ausgeprägte Profilhöhe der Ringverfalzung mit dreifachem Kopf- und Seitenfalz und der direkte Wasserablauf sorgen dafür, dass die Unterkonstruktion dauerhaft trocken bleibt. Die regensichernde Zusatzmaßnahme ist damit das, was sie sein soll: nur eine Zusatzmaßnahme für seltene und außergewöhnliche Wetterlagen wie beispielsweise Eisstau oder extreme Starkregenereignisse.

Entwässerung über ein Tropfblech unter der Rinne

Die flach geneigten Pultdächer des Schulgebäudes mit Sparrenlängen von teilweise weit über 10 m müssen hohe Niederschlagsmengen ableiten. Das stellt aber keine Herausforderung für die Ziegeldeckung dar, die ohne aufwändige Unterkonstruktionen erstellt werden konnte. Die regensichernde Zusatzmaßnahme unterhalb der Dachdeckung wird von einer Aufsparrendämmung mit aufkaschierter Unterdeckbahn ­gebildet. Die Unterdeckbahnen oberhalb der Dämmung entwässern dabei nicht in die Dachrinne. Es konnte eine Traufausbildung gewählt werden, bei der die Zusatzmaßnahme (Unterdeckbahn) auf ein Tropfblech hinter der ­Dachrinne geführt wird. Damit kann der Hausmeister jederzeit – ob nach einem Sturm oder einem schneereichen Winter – die Funktionstauglichkeit der Dachdeckung vom Boden aus prüfen. Sollten während oder nach einem Regen größere Wassermengen als sonst an der Traufe abfließen, wäre das ein Zeichen dafür, dass die Dacheindeckung nicht mehr funktionstüchtig ist und Handlungsbedarf besteht.  Nur in einen kleinen Teilbereich am Haupteingang wurde das Bestandsdach mit einer Schneefangvorrichtung zu Verkehrssicherung versehen. Da die Dachneigung hier noch geringer war als in den anderen Dachbereichen, blieb das vorhandene Unterdach aus Bitumenschweißbahnen bestehen.

Weniger Aufwand für die Windgsogsicherung

Bei flach geneigten Pultdächern in einer exponierten Ortsrandlage wie an der Grundschule Bernhardswald wirkt ein sehr hoher Windsog auf die Deckung ein. Die vom Prüf- und Forschungsinstitut Sursee nachgewiesene und nach EN 14437 zertifizierte, hohe Windsogsicherheit der „E 58 RS“-Deckung ermöglichte es dem Planer, in dieser exponierten Ortsrandlage ein gutes Verhältnis von Sturmklammern und Arbeitseinsatz zu finden. Die Sturmklammer „II“ von Erlus mit zwei Bügeln ermöglichte dabei eine Windsogsicherung der Deckung, wie sie sonst nur mit zwei einfachen Sturmklammern zu erreichen ist. Das reduzierte die benötigte Zeit für die Dacheindeckung.

Hagelgeprüfte Dachziegel

Dank seines geprüften Hagelwiderstands HW 4 ist der „E 58 RS“ sehr robust. Die Hagelwiderstandsklasse 4 bedeutet, dass der Ziegel resistent gegen 4 cm große Eiskugeln ist, die mit fast 100 km auf den Ziegel prasseln können. Die Robustheit des Ziegels hatte auch bei der Verlegung Vorteile, wie Zimmerermeister Hans Rösl erklärt: „Wir hatten selbst bei dieser flachen Dachneigung keinen Ziegelbruch beim Eindecken. Bei solchen flachen Dächern muss man bei weniger stabilen Dachziegeln sonst einen „Eiertanz“ aufführen.“ Dazu kommt ein leichtes Handling durch das Stückgewicht von etwa 4 kg pro Ziegel. Um die Patinierung der Dachflächen zeitlich etwas nach hinten zu verschieben, wünschte sich die Gemeinde Bernhardswald einen Dachziegel mit Engobe. Die Engobe ist eine Tonschlämme, die vor dem Brennen auf den Ziegel aufgebracht wird und für eine glattere Oberfläche sorgt. Die Patinierung und Verschmutzung der Ziegeloberfläche werden dadurch zeitlich verzögert.

Ortgang- und Pultdachziegel passend ausgewählt

Architekt Hans Michl war zunächst hin und her gerissen, ob er die Detailausbildung am Ortgang und Pult als Blechumfassung oder keramisch mit Dachziegeln ausführen sollte. Schließlich entschieden sich Bauherr und Architekt für einen akkuraten Abschluss und verwendeten Ortgang- und Pultdachziegel passend zur Dachdeckung. „Das bot einen sicheren Abschluss mit der Wasserführung auf der Deckung und sah, weil die Ortgänge in der gleichen Schenkellänge in die Pultdachziegel übergehen, richtig gut aus“, so Hans Michl. So konnte eine reine Ziegeldeckung ohne unterdeckende Ortgangrinnen hergestellt werden und es entstanden keine wartungsbedürftigen Schwachstellen. „Für ein Gebäude im ländlichen Umfeld passt diese Lösung optimal. In der Altstadt von Regensburg etwa würden wir aber auf andere Details setzen“, so Hans Michl.

Herausforderungen ergaben sich bei der Dachsanierung nur durch die Abstimmung der Sanierungsarbeiten mit dem Schulbetrieb. „Die Bauabschnitte mussten genau mit den Ferienzeiten koordiniert werden, damit der laufende Unterrichtsbetrieb nicht gestört wurde“, erklärt Hans Michl. Doch die Abstimmung gelang. Das moderne Pultdachensemble der Grundschule bildet heute, nach der Neudeckung, eine homogene Dachlandschaft.

Autoren

Paul Zielinski ist Leiter der technischen Beratung und Produktbetreuung bei der Erlus AG. Bianca Marklstorfer arbeitet im Marketing der Erlus AG.

Bautafel (Auswahl)

Projekt Dachsanierung der Grundschule Bernhardswald

Dachfläche 2200 m²

Bauherr Gemeinde Bernhardswald

Architekturbüro Huber Architekten, 93049 Regensburg, www.archhu.de

Dach- und Holzbauarbeiten Zimmerei Hans Rösl, 93194 Walderbach, www.zimmerei-roesl.de

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