Mehr Saft im Tank - 18 V Technologie von Bosch

Bosch stellt mit "ProCore18V" eine neue Generation leistungsfähiger Akkus vor

Noch immer wenden Handwerker viel Zeit auf, um auf der Baustelle Kabeltrommeln für Elektrowerkzeuge auszurollen, weil sie bei Akkugeräten Arbeitsunterbrechungen wegen leerer Akkus fürchten. Durch die „ProCORE18V“-Technologie von Bosch soll die kabellose Baustelle mehr und mehr Realität werden.

Für viele Jahrzehnte gab es zu netzabhängigen Elektrowerkzeugen praktisch keine Alternative, da der Leistungsbedarf von Schraubern, Bohrern oder Sägen sich nicht mit Batterien darstellen ließ, die klein und leicht genug waren, um sie in ein solches Gerät integrieren zu können. Darüber hinaus reagierten die ersten halbwegs brauchbaren Akkus mit Nickel-Cadmium- beziehungsweise Nickel-Metallhybrid-Technologie sehr empfindlich auf Temperaturschwankungen und unvollständige Lade- und Entladevorgänge. Der sogenannte Memoryeffekt sorgte dafür, dass die ohnehin nicht sehr große Nennkapazität eines solchen Stromspeichers nach kurzer Zeit nicht mehr zur Verfügung stand. Außerdem eigneten sich diese Akkus nur für Anwendungen mit relativ geringem Leistungsbedarf, da diese Batterien keine hohen Ströme vertrugen.

Mit der Einführung der Lithium-Ionen Batterien wurden nach und nach immer anspruchsvollere Anwendungen in netzunabhängiger Bauweise möglich, allerdings eignet sich die Speicherkapazität vieler Batterien noch immer nicht für einen Dauereinsatz größerer Elektrowerkzeuge. Auch das Problem, dass der Strom des Akkus und damit die Leistung des Werkzeugs begrenzt sind, besteht weiter. Zwar lässt sich dieses Manko relativ einfach durch eine Erhöhung der Spannung beseitigen, allerdings werden die Akku-Blöcke dadurch zwangsläufig größer und schwerer, mindestens bis vor kurzem.

Die nächste Generation von 18 V Akkus

Denn Bosch hat mit der neuesten Generation seiner 18 V Akkus eine Technologie vorgestellt, die viele dieser Beschränkungen aufhebt beziehungsweise in Regionen verschiebt, die für praktisch alle Anwendungen ein Netzkabel überflüssig macht. Die „ProCORE18V“-Technologie des Leinfeldener Herstellers ermöglicht eine Kapazität von bis zu 12 Ah, was fast der Leistung eines 2000 Watt Netzgerätes entspricht. Möglich wird diese in der 18 V-Klasse beispiellose Performance zum einen durch eine neue Zellgeneration und zum anderen durch ein ganzes Bündel von Maßnahmen, durch die die Hitze-Ableitung nach außen verbessert wird. Und obwohl die Akkus, die es in den Größen 4 Ah, 8 Ah und 12 Ah gibt, im Prinzip eine komplette Neuentwicklung sind, kann man sie mit allen schon vorhandenen 18 V Maschinen und Ladegeräten von Bosch einsetzen, mit Ausnahme der wireless Ladegeräte.

Neue Zelle

Die Basis für die neuen Akkus bildet die neue 21700 Zelle. Gegenüber ihrem Vorgänger 18650 liefert sie bis zu 87 Prozent mehr Leistung bei nur 47 Prozent vergrößertem Volumen.

Coolpack 2.0

Mindestens genauso wichtig wie die Zellen ist bei einem Akku-Pack aber das „Drumrum“. So wie bei einem Auto ein PS-starker Motor allein nicht viel nützt, wenn Fahrwerk und Reifen unterdimensioniert sind und die PS einfach nicht auf die Straße kommen, kommt es bei Akkus auch auf die Elektronik sowie auf die „Verpackung“ an. Und hier besonders auf die Fähigkeit, Wärme schnell nach außen abzuführen. Denn jeder Lade- und Entladevorgang erzeugt innerhalb der Zelle Hitze, die den Akku zerstören kann. Je größer die Kapazität und die Ladungsdichte einer Batterie, desto stärker heizt sie sich auf.

Da die Bosch-Ingenieure nicht nur die Kapazität der Akku-Packs erhöht, sondern sie gleichzeitig kompakter gemacht haben, verschärft sich das Problem. „Alle Zellen sind jetzt vollständig von unserem speziellen HDPE Kunststoff umschlossen. Es gibt keine Luftzwischenräume zwischen oder in den Akkuzellen, die wie ein Wärme-Isolator wirken würden“, erklärt Bahar Pala, Brand Managerin bei Bosch Power Tools, die für die „ProCORE18V“-Akkus entwickelte Lösung dieses technischen Problems. Bei der Version 2.0 der bekannten „CoolPack“-Technologie kommt nicht nur ein neues, hochdichtes und noch wärmeleitfähigeres Polyethylen zum Einsatz, auch die Zellverbinder wurden durch ein besonders wärme- und stromleitfähiges Kupfermaterial ersetzt, das durch ein Laserschweißverfahren den Kontakt mit den Zellen herstellt. Darüber hinaus wurde an den Seiten der Akkupacks ein TPE Kunststoff eingearbeitet, der sich eng an die Zellen anschmiegt und Wärme nach außen leitet.

Wenn sich ein „ProCORE18V“ Akku beim Laden oder beim Arbeiten mit der Maschine wärmer anfühlt als ein Konkurrenzprodukt, ist das also kein schlechtes Zeichen, sondern im Gegenteil ein Hinweis darauf, dass die Wärme, die in anderen Akkus ebenso entsteht, besser nach außen geführt wird was die Lebensdauer der Batterie erhöht. Nach Angaben von Bosch erhöht die neue Coolpack-Technologie die Lebenserwartung eines Akkupacks um mehr als das Doppelte.

Drei Größen für viele Anwendungen

Der „ProCORE18V“ ist in drei unterschiedlichen Größen erhältlich, die auf jeweils andere Eigenschaften hin optimiert sind: von sehr kompakt und leicht über vielseitig bis zu extrem ausdauernd.

Während 4 Ah Akkus gewöhnlich zweilagig aufgebaut sind, kommt der „ProCORE18V“ 4 Ah Akku mit fünf Zellen aus, die leicht versetzt in einer Lage angeordnet sind (beim „normalen“ GBA 18 V 4 Ah sind es zehn Zellen in zwei Lagen). Dadurch ist dieser Stromspeicher nicht nur deutlich kompakter, sondern auch viel leichter als der Standard-Akku. Mit seinen gerade mal 515 Gramm Gewicht ist der „Compact“ genannte  Akku daher prädestiniert für leichte Anwendungen und Überkopfarbeiten zum Beispiel in (Schlag)Bohrschraubern, leichten Bohrhämmern oder Sägen.

Besonders vielseitig einsetzbar ist der 8 Ah „Performance“ Akku. Trotz seiner enormen Kapazität kommt er mit einem zweilagigen Aufbau aus und bringt lediglich 955 Gramm auf die Waage. Laut Hersteller kann der Akku 90 A Strom liefern, was einer Leistung von 1620 W entspricht. Damit ist er für die meisten Anwendungen wie Winkelschleifer, große Säbelsäge, Kreissäge und mittlere Bohrhämmer zwischen 2 und 4 kg ein kraftvoller und ausdauernder Energielieferant.

„Endurance“ lautet der Name des 12 Ah Akkus, der mit seinem dreilagigen Aufbau die höchste Kapazität aller 18 V Akkus auf dem Markt bietet. 110 A Strom kann man diesem Speicher entnehmen, was einer Leistung von 1980 W entspricht. Das ist genug Power, um sogar stationäre Geräte wie Tischkreissägen, Panelsägen, große Winkelschleifer und Bohrhämmer jenseits der 4 kg-Klasse anzutreiben. Zwar ist der „Endurance“ gemessen an seiner Kapaziät nicht schwer, mit seinen 1350 Gramm aber auch kein Leichtgewicht, weshalb man besonders beim Dauereinsatz eines handgeführten Elektrowerkzeugs mit dem „Performance“ Akku besser bedient ist.

Alle drei Akkuspacks geben mit einer fünfstufigen LED-Anzeige direkt am Akku Auskunft über ihren aktuellen Ladezustand.

Schnell geladen

Zumal alle „ProCORE18V“-Akkus sehr schnell wieder aufgeladen sind. Das funktioniert mit jedem 18 V Ladegerät von Bosch. Besonders gut geht das aber mit dem neuen Ladegerät „GAL 18V-160C“. Es verfügt über vier unterschiedliche Lademodi, die über eine App per Smartphone wählbar sind.

Im Standard-Modus wird der Akku schnell auf 80 Prozent seiner Kapazität aufgeladen, danach geht es langsamer bis zur vollen Ladung weiter.

Im Lebensdauer-Modus ist der Ladestrom begrenzt, und der Akku wird nur auf 90 Prozent seiner Kapazität geladen. Beide Maßnahmen wirken sich positiv auf die Lebensdauer des Stromspeichers aus.

Will man den Akku längere Zeit nicht benutzen, empfiehlt sich der Einlagerungs-Modus, bei dem der Speicher nur zu 50 Prozent geladen wird. Denn Lithium-Ionen Batterien sollten weder im vollgeladenen noch im entladenen Zustand längere Zeit aufbewahrt werden.

Nur für die neuen „ProCORE18V“ Akkus steht außerdem der Power Boost-Modus zur Verfügung, bei dem schnellstmöglich auf 50 Prozent der Nennkapazität aufgeladen wird und anschließend etwas langsamer bis 80 Prozent. Ein leerer 4 Ah „ProCORE“-Akku steht so bereits nach 9 Minuten zum Weiterarbeiten mit der Hälfte seiner Kapazität zur Verfügung.

Über die App kann man nicht nur die verschiedenen Lademodi wählen, sondern erhält sogar aus der Ferne Informationen über den Ladezustand, den Lebenszyklus des Akkupacks sowie – im Fall des Falles – eine Warnung bei einem Defekt.

Autor

Thomas Schwarzmann ist Redakteur der Zeitschriften bauhandwerk und dach+holzbau.

Bosch Pro Challenge 2018

Zugegeben: Die Zeit von 92.49 Sekunden, die die Vorjahresgewinner aufgestellt haben, wird schwer zu unterbieten sein. Aber vielleicht trägt ja der neue „ProCORE 18V“ 4 Ah Akku dazu bei, dass das Schrauben noch etwas flotter geht?

Noch bis zum 20. Oktober können Zweierteams aus Handwerkern an der Bosch Pro Challenge 2018 teilnehmen, um für ihr Unternehmen ein professionelles Betriebsfest zu gewinnen. Als 2. und 3. Preis winken Warenpakete mit Bosch-Powertools sowie ein Winter-Barbecue.

Ziel des Wettbewerbs, der bei zahlreichen Boschhändlern im ganzen Bundesgebiet stattfindet, ist es, 20 Schrauben (Torx, 5x30 mm) mit Unterlegscheiben so schnell wie möglich in ein Spielbrett aus Fichtenholz zu schrauben. Als Werkzeug dient ein „GSR 18V-60 C“-Akkuschrauber, der mit dem neuen „ProCORE“-Akku ausgestattet ist.

Dabei kommt es nicht nur auf die Schnelligkeit, sondern auch auf die Präzision an, denn jede Unterlegscheibe (5x20 mm), die über die Markierung auf dem Spielbrett hinausragt und jede Schraube, die nicht vollständig eingeschraubt ist, bringen drei Sekunden Zeitstrafe. Die Wand mit dem Spielbrett ist dabei zwei Meter von der Start- und Ziellinie, wo sich auch das Behältnis mit den Unterlegscheiben befindet, entfernt. Die Teilnehmer dürfen jeweils nur eine Unterlegscheibe nehmen, müssen also ständig zwischen der Startlinie und dem Spielbrett hin und her laufen. Sind alle Schrauben eingeschraubt, Schrauber und Akkus wieder in der Halterung und beide Teammitglieder hinter der Ziellinie, dürfen sie buzzern um die Uhr anzuhalten. Die zehn schnellsten Teams Deutschlands kämpfen im Finale, das im Januar auf der Messe BAU 2019 ausgetragen wird, um den Sieg. Die ausführlichen Teilnahmebedingungen und Regeln finden Sie unter: www.bosch-professional.com/pro-challenge .

Dort findet man auch eine Liste mit Terminen und Standorten der teilnehmenden Händler, und man kann sich zum Trainieren das PDF eines Spielbretts herunterladen.

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