Latthämmer und Nageleisen von Picard im Praxistest

Stahlhämmer mit Ledergriff und Black Giant Bar Nageleisen

Welchen Hammer nutzen Zimmerer eher für ihre Arbeit: einen Rohrstielhammer mit Kunststoffgriff, einen Stahlhammer mit Ledergriff oder ein ganz anderes Modell? Das wollten wir genauer wissen und haben den Dachdecker- und Zimmereibetrieb ZEP-Team verschiedene Latthämmer testen lassen.

Für den Praxistest hatte der Werkzeughersteller Picard verschiedene Latthämmer aus seinem Sortiment zur Verfügung gestellt: vom Rohrstielhammer mit Kunststoffgriff über Stahlhämmer mit 2-Komponenten-Griff bis hin zum edlen Ganzstahl-Latthammer mit Ledergriff. Der Werkzeughersteller hatte außerdem die neuen „Black Giant Bar“ Nageleisen für den Praxistest bereit gestellt. Diese Nageleisen gibt  es in drei Längen: 930, 610 und 300 mm. Außerdem bietet Picard zwei Nageleisen im Mini-Format an: Das „Black Giant Flat-Bar“ mit nur 175 mm Länge und das 250 mm lange „Black Giant Utility-Bar“. Letzteres ist mit einer extra breiten Klaue ausgestattet. Dadurch soll beim Entfernen von Brettern oder Sockelleisten die umgebende Oberfläche nicht beschädigt werden. Für den Test der Werkzeuge besuchten wir eine Dachbaustelle des Dachdecker- und Zimmereibetriebs ZEP-Team in Bielefeld. Dort sanierten die Zimmerer das Dach eines alten Wohnhauses. Dafür mussten die alten Hohlziegel vom Dach entfernt, Teile der alten Dachlatten und Teile des Dachstuhls zurückgebaut und ersetzt werden. Das Dach erhielt eine Zwischensparren- und Aufsparrendämmung, später montierten die Zimmerer eine neue Konter- und Traglattung und verlegten neue Dachziegel. Die Baustelle bot also genügend Möglichkeiten, um die Nageleisen und Latthämmer zu testen.




Gutes Gewicht und guter Halt

Zimmerer David Maisuradze vom ZEP-Team probierte bei den Rückbauarbeiten die drei größeren „Black Giant Bar“ Nageleisen aus. Er nutzte sie zum Herausziehen von Nägeln und zum Rückbau von Dachlatten. Auch die alten Rauspundbretter an den Gauben des Daches ließen sich mit den größeren Nageleisen gut abheben und zurückbauen. „Die Nageleisen liegen gut in der Hand und sind nicht zu schwer“, sagt David Maisuradze, „sie liegen sogar besser in der Hand als die blankgeschliffenen Stahl-Nageleisen, die wir sonst verwenden.“ Der gute Grip der Nageleisen kommt nicht von ungefähr: Die Lackierung der „Black Giant Bars“ verbessert laut Hersteller mit ihrer rauen Oberfläche den Halt der Werkzeuge in den Händen. Das bemerkte auch Zimmerer Sebastian Penner vom ZEP-Team bei der Arbeit mit den Nageleisen. Sein Kollege David Maisuradze stellte bei der Arbeit mit den Nageleisen außerdem fest: „Mit der breiten Nagelklaue der Nageleisen lassen sich Nägel gut herausziehen und bleiben auch zwischen den Nagelklauen hängen, so kann man die Nägel einfach vom Nageleisen abnehmen und entsorgen. Das ist besser, als wenn die Nägel nach dem Herausziehen auf der Baustelle herumfliegen und man sie einsammeln muss.“

Nageleisen im Hosentaschen-Format

Zimmerergeselle Marvin Hermneuwöhner vom ZEP-Team probierte auf der Baustelle das kleine „Black Giant Flat Bar“ aus und kam damit gut zurecht. Das Nageleisen ist besonders flach, um auch tief eingeschlagene Nägel heben und ziehen zu können. „Ich finde das Nageleisen sehr handlich, denn man kann es einfach in der Hosentasche oder Nageltasche transportieren“, sagt der Zimmerergeselle.

Ganzstahlhammer mit Ledergriff wird gern genutzt

Die „Black Giant Bar“ Nageleisen kamen bei den Mitarbeiter/innen des ZEP-Teams auf der Baustelle also gut an – doch wie war es bei den Hämmern? Bisher hatten die Zimmerer und Zimmerinnen vor allem Rohrstielhämmer mit Kunststoffgriff genutzt. Von den mitgebrachten Hämmern von Picard wählten aber viele der Zimmerer und Zimmerinnen ein anderes Modell: den Ganzstahl-Latthammer „790“. Der Hammer hat einen Griff aus mehreren, übereinander angeordneten Lederscheiben. Der Ledergriff dient nicht nur der Optik. Das Leder nimmt auch den Schweiß von den Handflächen auf und verhindert so, dass der Hammer aus der Hand rutscht. Erhältlich ist der Hammer in der normalen Ausführung „790“ und in der leichteren Ausführung „790 ½“.

Glatter Kopf hinterlässt keine Abdrücke

„Ich bevorzuge den Latthammer in der leichteren Ausführung“, sagt Zimmerer Sebastian Penner, „der passt sich meiner Hand gut an. Das merkt man richtig, wenn man längere Zeit damit arbeitet.“ Gut findet er außerdem, dass der von ihm getestete Hammer eine glatte Schlagfläche am Hammerkopf hat, wodurch weniger Abdrücke im Holz entstehen. Bei einer Dachsanierung ist das zwar weniger wichtig, weil das Holz später größtenteils nicht mehr zu sehen ist. Bei sichtbaren Hölzern, etwa an der Fassade oder im Innenausbau, kann der glatte Hammerkopf aber von Vorteil sein, da so keine gerillten Abdrücke auf dem Holz hinterlassen werden. Alle Latthämmer von Picard sind wahlweise mit glatter oder gerauter Schlagfläche erhältlich, preislich macht das keinen Unterschied (die genaue Bezeichnung des Herstellers für die verschiedenen Schlagflächen ist „glatte Bahn“ und „geraute Bahn“).

Geringes Gewicht macht sich bemerkbar

Zimmerergesellin Lilli Speer, die ihre Ausbildung beim ZEP-Team gemacht hat, entschied sich ebenfalls für den Ganzstahlhammer mit Ledergriff von Picard. Auch sie bevorzugte den Hammer in der leichteren Ausführung. „Den Hammer „790“ finde ich eher kopflastig und schwer“, sagt die Zimmerergesellin, „der Hammer „790 ½ gefällt mir besser, weil er etwas leichter ist. Die 100 g weniger Gewicht machen sich auf Dauer schon bemerkbar“, meint Lilli Speer.

Langer Hammer für längeren Hebel

Zimmerer Rod Hall, der aus Neuseeland stammt und seit einem Jahr beim ZEP-Team in Bielefeld arbeitet, bevorzugte hingegen den „Framing Hammer 796“. Der Hammer hat ebenfalls einen Ledergriff, ist aber deutlich länger als der normale Ganzstahl-Latthammer von Picard. Dadurch ergibt sich ein längerer Hebel, was das Einschlagen von Nägeln und Rückbauarbeiten erleichtert. Mit dem höheren Gewicht des langen Hammers hatte der groß gewachsene Rod Hall kein Problem. Er nutzte den Hammer bei der Sanierung teilweise sogar als Ersatz für das Nageleisen. „Der Hammer ließ sich gut nutzen um alte Dachlatten abzureißen“, sagt Rod Hall. Der „Framing Hammer“ ist sowohl mit einem Leder- als auch mit einem Zweikomponentengriff erhältlich. „Ich bin diese Art von Hämmern gewöhnt, denn in meiner Heimat Neuseeland verwenden wir fast nur solche Hämmer, die auch für den Holzrahmenbau gut geeignet sind“, sagt Rod Hall.

Praktische Helfer für die Baustelle

Nach dem Praxistest haben sowohl die „Black Giant Bar“-Nageleisen als auch die Latthämmer von Picard ihren Platz in den Werkzeugkoffern des ZEP-Teams gefunden. Die Nageleisen leisteten beim Rückbau auf der Baustelle gute Dienste, vor allem die Mini-Nageleisen erwiesen sich als praktische Helfer. Bei den Latthämmern entschieden sich die meisten Zimmerer und Zimmerinnen für den Ganzstahl-Latthammer mit Ledergriff von Picard („790“), da der Griff eine gute Schweißaufnahmefähigkeit bietet und der Hammer bei den Testern gut in der Hand lag – ob in der normalen Ausführung oder in der leichteren Variante „790 ½“. Allerdings ist der Ganzstahllatthammer mit Ledergriff im Vergleich zu den anderen Latthämmern aus dem Picard-Sortiment auch etwas teurer.

Mehr Informationen zum Picard-Sortiment finden Sie online unter www.picard-hammer.de .

Autor

Stephan Thomas ist verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift dach+holzbau.

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