Ausblick ins Tal

Tobias Höhler, Zimmerer- und Dachdeckermeister, hat zusammen mit seinem Team aus Handwerkern eine Dachgeschosswohnung um eine rund 10 m lange Gaube erweitert. Das gesamte Dach wurde außerdem mit Holzfaserplatten gedämmt. Der Bauherr genießt jetzt den neuen Ausblick.

In der Nähe von Limburg: Die Dachgeschosswohnung eines Dreifamilienhauses bot mit 70 m² nicht viel Platz. Die Wohnung war ziemlich dunkel und durch die Dachfenster kam nur wenig Licht herein. In der Wohnung gab es zudem viele Schrägen und ungenutzte Ecken. Zwar liegt das Haus in Hanglage, mit südlicher Ausrichtung und leicht oberhalb der Stadt, den Ausblick konnten die Bewohner allerdings nur genießen, wenn sie direkt am Dachfenster standen. Der Bauherr überlegte deshalb, wie er das Dachgeschoss besser nutzen könnte. In einem Beratungsgespräch mit dem Zimmerer- und Dachdeckermeister Tobias Höhler aus Brechen wurden verschiedene Ausbauvarianten diskutiert. Neben dem guten Ausblick sollte ein guter Hitzeschutz im Sommer und Kälteschutz im Winter gewährleistet sein. Weiterhin wollte er die herrliche Aussicht auf das Emsbachtal und bis in den Taunus hinein genießen. Große Südfenster und viel Licht in der Wohnung waren seine wichtigsten Anforderungen. Die Empfehlung der Zimmerei war, eine Gaube in das Dach zu bauen. Für den Hitze- und Kälteschutz empfahl der Zimmermeister eine Dämmung mit Holzfaserdämmplatten. „Ich habe schon viele Bauherren von diesen Dämmplatten überzeugt“, sagt Höhler, „der Wohnkomfort und das Raumklima haben sich in den sanierten Häusern deutlich verbessert.“ Der Dämmstoff Holzfaser kann bis zu 15 Prozent seines Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, ohne an Dämmwirkung zu verlieren. Feuchtigkeit staut sich in den Platten nicht an einem Punkt, sondern verteilt sich in der Fläche.

Die Planung der rund 10 x 3 m großen Gaube erstellte Zimmerer- und Dachdeckermeister Tobias Höhler, außerdem berechnete er die energetische Sanierung des Dachs. Erschwerend für den Bauablauf war, dass zwei Zimmer der Dachwohnung während der Bauphase noch bewohnt waren.

Gaube an einem Tag montiert

Die Gaube wurde weitestgehend als Holzrahmenbau in der Zimmerei vorgefertigt. Zuerst bauten die Zimmerleute die Dachkonstruktion ab, um Platz zu schaffen: Die Ziegel wurden abgedeckt und die Rauspundschalung zurechtgesägt. Die vorgefertigten Bauteile wurden dann an einem Tag aufgestellt, montiert und mit einer Folie regensicher abgedichtet.

Die Holzrahmenbauteile, sowohl im Wand- als auch im Dachbereich, beplankten die Zimmerleute bereits in der Vorproduktion mit OSB-Platten. Die Zwischenräume der Holzrahmen sind mit den Holzfaserdämmplatten „Thermoflex“ von Gutex in 200 mm Dicke gedämmt. Als Winddichtigkeitsebene von außen schraubten die Handwerker „Multitherm“-Dämmplatten in 60 mm Dicke auf die Gaubenseiten auf. Eine Hinterlüftungsebene trennt die Dämmung von der Stehfalzverblechung aus vorbewittertem Titanzink.

Innerhalb von mehreren Tagen wurde so das alte Dach abgebaut und das neue Dach eingedeckt. Im Hauptdachbereich konnte die Tragkonstruktion und die bestehende Rauschalung weitgehend belassen werden. Über der Rauschalung verlegten die Dachdecker eine Luftdichtigkeitsfolie zum Schutz der Dämmung vor Durchfeuchtung. Die Folie verklebten sie luftdicht mit den Außenwänden. Ein Dämmpaket aus 200 mm dicken „Thermosafe-homogen“-Platten und der Unterdeckplatte „Multiplex-top“ von Gutex in 22 mm Dicke wurde auf dem Dach befestigt. Das macht sich beim Hitzeschutz bemerkbar: Die auf der Dachfläche auftreffende Wärme wird im Dämmstoff gepuffert und über Stunden kaum an das Rauminnere abgegeben. In den kühleren Nachtstunden wird die aufgenommene Wärme wieder nach außen abgegeben. Der U-Wert der Dämmung beträgt 0,17 W/m2K.

Alle Arbeiten aus einer Hand

Das Hauptdach wurde farblich passend mit großen, dunkelgrauen Tonziegeln eingedeckt. Da das Team von Tobias Höhler sämtliche Dacharbeiten, von der Zimmermannstätigkeit über Dachdeckerleistungen bis zum Gerüstbau erledigt hat, hatte der Bauherr wenig Abstimmungsbedarf. Der Bauherr wohnt jetzt bereits seit einiger Zeit in der Dachwohnung. „Die energetische Sanierung des ganzen Daches war für mich eine langfristige Investition, die über viele Jahre ein tolles Raumklima schaffen soll. Da macht sich die Arbeit mit einem kompetenten Meisterbetrieb bezahlt“, lobte er erst kürzlich bei einem Treffen den Zimmermeister für seine Arbeit.

Autorin
Sabine Euler betreibt ein Büro für Marketing- und Kommunikationsberatung in Weilheim-Remetschwiel.

Bautafel (Auswahl)

 

Holzbau/Dachdecker Zimmerei und Dachdeckerei Tobias Höhler e.K., 65611 Brechen, www.hoehler-dach.de

Bedachungsgroßhandel DEG Alles für das Dach eG, 65549 Limburg, www.deg-dach.de



Thematisch passende Artikel:

03/2014

Spezialziegel für Fledermausgauben

Die Fledermausgaube gilt als eleganteste Lösung, Licht und Luft ins Dachgeschoss zu bekommen. Mit ihrem fließenden Übergang zwischen Gaube und Hauptdach fügt sie sich anmutig in jede Dachfläche...

mehr
01/2018

Vom Dachstein bis zum Metalldach

Mit dem System „TopSlide“ von Braas können sich Handwerker bei Dacharbeiten am Dachfirst sichern und frei auf dem Dach bewegen. Die Stützen, an denen das Firstsystem befestigt wird, werden im...

mehr
05/2013

Kunden wählen Komplettanbieter Handwerkerumfrage zur Entwicklung in der Dachsanierung

Laut einer Befragung von BauInfoConsult stellen mehr als die Hälfte der Dachdecker, Zimmerer und Klempner fest, dass Unternehmen aus der Branche seit 2008 zunehmend als Komplettdienstleister für...

mehr
1-2/2017

Gaube und Dachfenster vereint

Mit der Dachfenster-Kombination „Panorama“ lässt sich mehr Wohnfläche bei voller Stehhöhe gewinnen. Außerdem erhöht sich der Lichteinfall über die Dachfensterkombination. Sie ist ab März 2017...

mehr
09/2017

Vom Viehstall zum gemütlichen Wohnhaus: Geschichte eines Umbaus in Halle (Westfalen)

Die Jägerstraße in Halle (Westfalen) führt vorbei an Feldern und Wiesen. Hier gibt es wenige Häuser, es sind vor allem Bauernhöfe: Rote Backsteinbauten, teilweise mit schwarzen Fachwerkträgern...

mehr