Aktives Laubsieb sorgt für freie Dachabläufe

Roofguard-Laubsiebe auf dem Dach einer Logistikhalle helfen Stauwasser zu vermeiden

Stauwasser auf Flachdächern ist kein seltenes Problem. Häufig sind verstopfte Dachabläufe die Ursache. Um diesem Problem zu begegnen, wurde das „Roofguard“-Laubsieb entwickelt. Staut sich zu viel Wasser auf dem Dach, wird das Laubsieb aktiv und sorgt so für eine freie Entwässerung.

Der „Roofguard“ wird dauerhaft auf dem Flachdach über einem Dachablauf installiert und begünstigt durch seine strömungsoptimierte Bauform die Einleitung des Regenwassers in die Dachentwässerung. Steht auf einem Flachdach im Bereich eines „Roofguard“-Laubsiebs über einem Dachablauf das Wasser in einer Höhe von mindestens 60 bis 65 mm, hebt sich das Laubsieb automatisch an. Das angestaute Wasser kann so abfließen. Laub, Hagel und andere Ablagerungen werden dabei mit weggespült, der Bereich um den Dachablauf herum ist wieder frei. Seit fast drei Jahren ist der „Roofguard“ im Baustoff- und Bedachungsfachhandel erhältlich, seit 2020 wird er durch die Fleck GmbH vertrieben. Im Vergleich zu einem Fleck-Universal-Kiesfang bietet der „Roofguard“ eine höhere Entwässerungsleistung.

Fünf „Roofguard“-Laubsiebe auf der Logistikhalle

Auf einer Logistikhalle der Spedition Seidensticker in Hannover sind seit drei Jahren mehrere „Roofguard“-Laubsiebe im Einsatz. Die Logistikhalle befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Bäumen. Dadurch bestand die Gefahr, dass die vorhandenen Dachabläufe durch herabfallendes Laub verstopfen könnten. Dazu kam, dass sich aufgrund fehlender Notüberläufe das Wasser immer wieder entlang der fünf Attika-Entwässerungspunkte staute. Im schlimmsten Fall hätte das Gewicht des stehenden Wassers einen so enormen Druck auf das Flachdach ausüben können, dass es eingestürzt wäre. Um dieses Problem zu lösen und Sicherheit gegen Folgeschäden bieten zu können, wurden 2018 fünf „Roofguard“-Laubsiebe auf den bestehenden Dachabläufen der Halle montiert. Außerdem wurden neue Notüberläufe an der Attika eingesetzt.

Laubsiebe halten Starkregen stand

Mittlerweile sind die kontrollierten „Roofguard“-Laubsiebe auf der Logistikhalle seit knapp drei Jahren im Einsatz. Sie haben in dieser Zeit Starkregen und Hagel im Sommer sowie Schneemassen im Winter standgehalten. Gemeinsam mit Gutachter Oliver Koock, Dachdecker André Mathes – beide sind Gesellschafter bei der Joba Drei-D Deutsche Dach Dienstleistungen GmbH – und Dachdeckermeister Sascha Klein, dem Entwickler des „Roofguards“, besichtigten Mitarbeiter der Fleck GmbH im vergangenen Jahr das Dach der Logistikhalle und prüften die Funktion der Laubsiebe. Die Dachinspektion zeigte, dass sich alle verbauten Laubsiebe nach wie vor in einem tadellosen Zustand befinden und weiterhin fest mit der Dachabdichtungsbahn verbunden sind. Für den dauerhaften Verbund sorgt eine spezielle 2K-Klebepaste, die den „Roofguard“ sicher über den Abläufen fixiert, ohne die vorhandenen Dachabdichtungsebenen durchdringen zu müssen. Der automatische Hebe- und Senkmechanismus der Laubsiebe wurde zur Probe mehrfach getestet – er funktionierte nach wie vor ohne Verzögerung. 

Wasserablauf durch Hebemechanismus

Vier der fünf selbstreinigenden Laubsiebe zeigten über den integrierten „Check“-Indikator an der Oberseite, dass sie seit der letzten Wartung mindestens einmal aktiv wurden. Das bedeutet, dass die Entwässerungsleistung aufgrund eines oder mehrerer Wetterereignisse kurzzeitig eingeschränkt war und sich eine Wasseransammlung von mindestens 60 bis 65 mm gebildet hatte. Dieser Wasserpegel von mehr als 60 mm wird benötigt, um die Schwimmkörper des „Roofguards“ zu entriegeln. Das Laubsieb wird dann über einen Mechanismus angehoben. Der Wasserdruck ist in diesem Moment so groß, dass angelagerte Verunreinigungen oder Hagel zusammen mit dem Stauwasser direkt in die Abwasserleitung gespült werden.

Für künftige Starkregenereignisse vorbereitet

Wie gefährlich es ist, wenn ein Flachdach aufgrund von aufgestautem Wasser einbricht, können die Geschäftsführer der Seidensticker Spedition GmbH, Stefan und Michael Seidensticker, aus eigener Erfahrung berichten: Aufgrund einer mehr als 20 cm hohen Wasseranstauung auf einem der Flachdächer der Spedition kam es in der Vergangenheit bereits zu einem Wassereinbruch an den Lichtkuppeln. Der Grund für das Stauwasser war schnell identifiziert: Sämtliche Dachgullys waren durch Laub verstopft. Hier bestand durch die gewaltigen Wassermassen die Gefahr, dass das Dach diesen nicht standhalten konnte, weshalb die Feuerwehr mit mehreren Einsatzkräften und Fahrzeugen anrücken musste.

Bei einer anderen Dachfläche drang bereits Wasser in die darunterliegenden Räumlichkeiten ein. Dort befanden sich damals Möbel-Neuwaren. „Glücklicherweise waren diese erhöht gelagert, sodass das eingedrungene Wasser sie nicht direkt beschädigen konnte“, berichtet Michael Seidensticker. Nach dieser Erfahrung beschlossen die Unternehmer, die Dächer ihrer Logistikhallen für zukünftige Starkregenereignisse besser vorzubereiten. Das selbstreinigende „Roofguard“-Laubsieb wurde bei der Sanierung der Hallendächer im Sicherheitskonzept mit eingeplant. Insbesondere die einfache Funktionsweise des „Roofguard“ ohne externe Energieversorgung konnte die Inhaber der Spedition überzeugen. Zur weiteren Absicherung der Hallendächer wurden etwas höher gelegene Notüberläufe vorgesehen.

„Wir freuen uns, dass wir die Möglichkeit erhalten haben, uns gleich mehrere „Roofguard“-Laubsiebe live ansehen zu können. Wir werden nun prüfen, wie wir die Laubsiebe in unsere Leistungspakete integrieren können“, sagt Oliver Koock nach der Dachbegehung der Logistikhalle. Er ist Geschäftsführer der Firma „Drei-D Deutsche Dach Dienstleistungen“. Das Unternehmen unterstützt Eigentümer und Verwalter von Gewerbeimmobilien bei der Abwicklung von Wartungsarbeiten, Prüfungen sowie Reparaturen und Sanierungen, insbesondere von Flachdächern.

Leicht nachzurüsten

„Roofguard“-Laubsiebe sind auf Flachdächern leicht nachzurüsten. Sie können prinzipiell jedes herkömmliche Laubsieb eines Ablaufs oder Gullys bis DN 200 ersetzen. Insbesondere auf Flachdächern, die sich über besonders schützenswerten Räumlichkeiten wie Schulen, Kindergärten, Museen oder Archiven befinden, kann der „Roofguard“ eine zusätzliche Sicherheit bieten und das Dach vor Überlastung durch anstauende Wassermengen schützen. Das gilt besonders für ältere Flachdächer mit einer Attika ohne Notentwässerung. Weitere Informationen finden Sie unter www.fleck-dach.de/roofguard .

Autor

Peter Nowack ist verantwortlich für das Produktmanagement und die Anwendungstechnik bei der Fleck GmbH in Datteln.

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